So gemütlich wird es am Sendlinger Tor

Verweilen statt dran vorbei eilen

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Grün, gemütlich und barrierefrei soll der Sendlinger-Tor-Platz künftig sein.

Altstadt – Bisher lädt der Sendlinger-Tor-Platz kaum zum Verweilen ein. Aktuell ist dort wegen der Modernisierung der U-Bahnstation auch noch Baustelle. Doch künftig soll sich hier einiges tun

Auf dem Sendlinger-Tor-Platz herrscht viel Betrieb. Doch die meisten Menschen laufen nur vorbei. Besonders viel Aufenthaltsqualität hat die Fläche vor dem historischen Stadttor nicht. Das soll sich nun ändern: Der Platz wird grüner, barrierefrei und erhält Sitzgelegenheiten, die man auch nutzen kann, wenn man sich nichts im Café kaufen will.

Nur Evelyne Menges (CSU) zeigte sich skeptisch gegenüber dem geplanten Umbau-Konzept.

Da aktuell der U-Bahnhof Sendlinger Tor modernisiert wird (Hallo berichtete), müssen die Flächen vor dem historischen Stadttor und zwischen Sonnenstraße, Oberanger und Herzog-Wilhelm-Straße erneuert werden. Das will die Stadt zur Umgestaltung nutzen. Nun hat der Stadtrat einstimmig für ein vom Baureferat geplantes Umbau-Konzept gestimmt. Skeptisch zeigte sich nur Evelyne Menges (CSU). Für die Neugestaltung des Platzes ist ein Zeitraum von 2022 bis 2024 anberaumt. Die geplanten Projektkosten belaufen sich auf 4,1 Millionen Euro. Menges wollte wissen: „Sind Zeitraum und Kosten denn realistisch, da der Baubeginn schließlich von der Fertigstellung des U-Bahnhofs abhängt?“ „Den Zeitraum bis der U-Bahnhof spätestens fertig ist haben wir mit einkalkuliert“, erwiderte Horst Schiller, Abteilungsleiter Straßenplanung im Baureferat. Alexander Reissl (SPD) wies auf den Platz als Veranstaltungsort hin. „Durch die Umgestaltung soll die Nutzbarkeit für Veranstaltungen nicht eingeschränkt werden“, betonte Reissl.

Damit der Sendlinger- Tor-Platz grüner wird, soll der Baumbestand gestärkt werden. Um die entlang der Fahrbahn stehenden Bäume sollen hohe Gräser und Büsche gepflanzt werden. Die Pflanzbeete werden von einer niedrigen Mauer umfasst, auf der Sitzschalen zum Verweilen einladen. „Ich wünsche mir, dass bei der Bepflanzung auf die Insekten geachtet wird“, so Bettina Messinger (SPD).

Ein Problem des Anfang der 70er-Jahre zuletzt umgestalteten Sendlinger-Tor-Platzes ist die mangelnde Barrierefreiheit. Ein neuer Belag und ein Leitsystem sollen hier für Abhilfe sorgen. Der Belag soll aus einer auf dem Untergrund fixierten Kiesfläche bestehen. Außerdem ist ein Leitsystem für Menschen mit Sehbehinderung in Form eines Bands aus Kleinstein geplant. Dieses führt an beiden Seiten um den Platz und bindet die U-Bahn-Abgänge, Aufzüge und die Querungen zu den Tramhaltestellen ein. Im Stadtrat stießen die Maßnahmen zur Barrierefreiheit durchgehend auf Wohlwollen. Auch Bernhard Claus vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund war zufrieden, wobei er einwarf: „Auch Stachus und Marienplatz benötigen dringend ein Sehbehinderten-Leitsystem“.

Ruhiger Ort zum Verweilen entlang Herzog-Wilhelm Straße

Der direkt nördlich an das Tor anschließende Platzbereich entlang der Herzog-Wilhelm-Straße bis auf Höhe der Kreuzkirche wurde bisher vorrangig als Parkplatz genutzt. Das soll sich künftig ändern. Das Baureferat will die Fläche weitgehend entsiegeln, Rasen anlegen und neue Bäume pflanzen. Zudem soll der im Zuge der Umbaumaßnahmen des U-Bahnhofs abgebaute Brunnen im Grünen neu errichtet und mit Bänken flankiert werden. „Es entsteht so ein ruhiger Ort als Pendant zum lebhaften Platz direkt vor dem Tor“, heißt es im Entwurf des Baureferats. 

Im Rahmen der Neugestaltung sollen im Planungsumgriff außerdem 44 zusätzliche Fahrradstellplätze entstehen, und es ist eine MVG-Radstation mit zwölf Leihrädern vorgesehen. Der Radstreifen vom Oberanger kommend wird zudem von 1,60 auf 1,85 Meter verbreitert.

laf/isa

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