Countdown zu den Wahlen in den Staaten

Schwabinger kämpft für Hillary

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Ganz nah dran an Hillary Clinton (li.): Johannes Trischler (re.)aus Schwabing macht gerade Wahlkampf für die wahrscheinlich erste Präsidentin der Vereinigten Staaten.

Der US-Wahlkampf – eine riesige Schlammschlacht. Johannes Trischler ist live dabei: Der Student sammelt Stimmen für die demokratische Kandidatin Hillary Clinton. Seit September arbeitet er ehrenamtlich im New Yorker Hauptquartier. Was ihn am amerikanischen Wahlkampf so fasziniert, wie er Clinton und ihren Gegner Donald Trump erlebt, lesen Sie hier.

Er wird als schmutzigster und skurrilster US-Wahlkampf aller Zeiten deklariert – Hillary Clinton ringt mit Donald Trump um den Einzug ins Weiße Haus. Während Deutschland aus der Ferne mitfiebert, ist ein Schwabinger hautnah dabei. Der Jura-Student Johannes Trischler (29) engagiert sich im Wahlkampf für die demokratische Kandidatin.

Sein Hauptgrund: „Es hat mich fasziniert, wie man so unglaublich viele Ehrenamtliche koordinieren kann. Hier in den Vereinigten Staaten sind alleine für die Demokraten 700 000 Menschen unterwegs“, erklärt Trischler, der in Washington studiert hat. Seit September ist er im New Yorker Hauptquartier, wo er auch den Wahltag erleben wird – je eine Woche verbrachte er in Ohio und Colorado. Mitte November kommt er zurück. Doch nicht nur seine Zeit investiert der 29-Jährige in die Erfahrung: „Ich musste mich selbst um eine Unterkunft in New York kümmern – wenn ich zurückkomme, sind meine Ersparnisse aufgebraucht“, gesteht er. Doch die Erfahrung sei es wert gewesen.

Und auch wenn er nie persönlich mit Clinton gesprochen hat, hat er sie schon hautnah erlebt. Sein Urteil: „Sie kommt im Fernsehen steifer rüber. Sie ist deutlich herzlicher und wärmer als viele Menschen sie wahrnehmen.“ Außerdem könne sie sich an unglaublich viele Namen erinnern und kümmere sich um die Anliegen der Menschen. Von Clintons Qualitäten muss Trischler auch die amerikanischen Wähler überzeugen. „Ich gehe von Tür zu Tür oder rufe Leute an. Dann versuche ich herauszufinden, was die Menschen bewegt, oder Missverständnisse auszuräumen.“

Schmutz ausgraben, um den Gegner bloßzustellen, gehört nicht zu seinen Aufgaben. „Aber es ist schon spannend, wie hier gearbeitet wird. Und das Traurige ist: Es funktioniert.“

Zu Clintons berüchtigtem Gegner sagt Trischler nur: „Trump ist als Kandidat gewählt worden, weil er die ganz rechten 20 Prozent hinter sich vereinigen konnte, während das restliche republikanische Lager zersplittert war.“ Davor warnt Trischler, der für die SPD im Bezirksausschuss Schwabing-Freimann sitzt, auch in Deutschland: „Man darf das Feld der gemäßigten Wähler nicht zu sehr zersplittern, sonst werden die radikalen Kräfte stärker.“ Maren Kowitz

Wahlparty an der Isar

1200 geladene Gäste werden dabei sein – bei der Wahlparty im Bayerischen Landtag am Dienstag, 8. November. Die Stiftung Bayerisches Amerikahaus und das US-Generalkonsulat laden ein, Europaministerin Dr. Beate Merk, US-Generalkonsulin Jennifer Gavito und die Geschäftsführerin des Amerikahauses, Dr. Meike Zwingenberger, werden kurze Reden halten. Bis Mitternacht gibt es Expertengespräche und Musik, im Anschluss findet ein Public Viewing der Auszählung statt. Bis das Ergebnis absehbar ist, kann die Party bis in die Morgenstunden dauern.

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