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Umstrittene Markt-Erneuerung

Neues vom Stadtrat: So sehen die Pläne am Elisabeth-Markt aus

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Dem Elisabeth-Markt stehen einschneidende Veränderungen bevor.

Schwabing - Der Elisabeth-Markt ist ein echter Münchner Traditionsort. Über die Zukunft der Standl wegen des geplanten Neubaus informierte das Kommunalreferat:

Ein "Grias di" hier, ein "griangs no ebs?" dort. Schon seit seiner Gründung 1903 ist der Elisabethplatz für die Münchner ein lokaler Treffpunkt mit charmanter Atmosphäre, ausgezeichneten kulinarischen Genüssen und einer Grünfläche. Doch nachdem aber 2011 ein TÜV-Gutachten an den Ständen erhebliche Mängel bei Hygiene und Brandschutz festgestellt hatte, plante die Stadt München den Umbau des Elisabeth-Marktes.

Bei der Bestandsaufnahme wurden folgende Defizite des Marktes festgestellt: Undichte Gebäude, teilweise baufällige Vorbauten, Platzmangel an den Marktständen mit Auswirkung auf die Hygienesituation, fehlende Personalbereiche, fehlende Sanitärflächen für Händler/Kunden, mangelhafte Mülllagerung, fehlende Lager - eine Sanierung im laufenden Betrieb ist durch diese Vielzahl Mängel einfach nicht möglich.

"Wir müssen ja auch an die nächste Generation denken. So schaffe ich das vielleicht noch fünf, zehn Jahre, aber dann hat mich jeder umliegende Biomarkt schlichtweg überholt - weil niemand gammligen Salat essen möchte, bloß weil es hier Tradition gibt, aber keine Räume zum Lagern", sagt Stand-Betreiber Karl Huszcala.

Zu diesem Zweck lud das Kommunalreferat in die Aula des Gisela-Gymnasiums, um über die Zukunft des Marktes zu sprechen und anschließende Bürgeranliegen im Plenum zu besprechen. Der Saal des Gisela-Gymnasiums platzte aus allen Nähten und die Feuerwehr musste zwischenzeitlich sogar Menschen wegschicken. 

Der Informationsabend über den bisherigen Stand des Elisabeth-Marktes und des Neubaus der Stadtsparkasse sorgt für hitzige Diskussionen.

Im Vorfeld bereits zeichnete sich ein aufreibender Abend für alle Seiten an, denn die Bürgerinitiative "Pro-Elisabethmarkt" sammelte 23 000 Unterschriften für die Sanierung ohne Abriss der Standl. Die Pläne des Kommunalreferats sehen vor, den Elisabeth-Markt abzureissen, aber seinen charmanten Charakter trotzdem zu erhalten. 

So sieht der Elisabeth-Markt im Grundriss bisher aus: 

Viele kleine Stände orientieren sich nach Norden in Richtung der Grünfläche. Im südlichen, mittigen Teil bestimmen Parkplätze und Garagen einen Hinterhofcharakter.
  • Der Markt ist kleinteilig und eingeschossig gebaut. Der Zugang ist von drei Seiten möglich
  • Im Süden grenzt der Markt an das Gebäude der SWM mit einer mehrgeschössigen Brandmauer. Die Fläche dazwischen wird momentan als Parkplatz und als Anlieferfläche benutzt.
  • Die einzelnen Stände stehen frei und sind architektonisch seit der Nachkriegszeit einfache Steinbauten mit herausragenden, pyramidenförmigen Dächern. Die Händler bestimmen von sich aus Erweiterungen/Vorbauten und präsentieren ihre Auslagen entweder offen oder wie in kleinen Läden. 

"Die Besonderheit in diesem Fall ist, dass nicht die Architektur das Bild des Marktes bestimmt, sondern die einzelnen Händler", informiert Architekt Rainer Hofmann die Bürger.

  • Durch eine Ausrichtung in Richtung Norden und die Parkplätze stehen 2/3 der Stände in "zweiter Reihe".

Das Planungskonzept des Kommunalreferats in Zusammenarbeit mit dem Architektenbüro Bogevisch und  dem Planungsbüro Balke sieht Folgendes in ihrer Studie vor: 


  • Der Plan sieht vor, durch Abriss eine unterirdische Tiefgarage für neuen Platz und Lage zu schaffen und so die ganze Fläche zu nutzen und auf die Bedürfnisse der Händler einzugehen
  • Durch die benötigten 12 Prozent mehr Platz für Sanitäranlagen, Mülltrennung etc. würden die Stände zusammengefasst und eine mittlere Flaniergasse ermöglicht
  • Die neue Feuerwehrgasse auf dem öffentlichen Platz zwischen Markt im Norden und dem neu geplanten Gebäudekomplex der Stadtsparkasse wird seitens der Stadtsparkasse auch eine Marktgasse gebaut, die das Angebot ergänzen soll und für einen nahtlosen Übergang sorgt.
Die fehlenden Lager sind gerade für Lebensmittelhändler ein großes Problem. Im Winter/Sommer sind mit Einbußen um die 15%-20% zu rechnen. Durch die Tiefgarage mit Lagern, Parkplätzen und Kühlräumen würde dieses Problem gelöst.

Gleichzeitig und synchron zum Umbau des Elisabeth-Marktes, entsteht direkt nebenan ein neues Mehrzweckgebäude der Stadtsparkasse. Bezahlbarer Wohnraum auf Höhe des Mietspiegels soll ebenso wie eine Kindertagesstätte und Gewerbeflächen integriert werden. "Der Markt hat Vorrang vor dem Wohnen", sagt Kommunalreferent Axel Markwardt ganz deutlich.

Über einen Planungswettbewerb wurde in Abstimmung mit dem Planungsreferat der LH München und dem Bezirksausschuss 4 Schwabing-West durch eine Fachjury der Siegentwurf von Bruno Fioretti Marquez Architekten aus Berlin für das Gebäude bestimmt:

Zwischen dem neu geplanten Markt und dem Gebäude der Stadtsparkasse sorgt die Feuerwehrgasse für Sicherheit der zukünftigen Mieter. Das gewerbliche Angebot im Erdgeschoss soll die Vielfalt des Marktes ergänzen.

 

Der Umbau am Markt und der Neubau der Wohngebäude sollen gleichzeitig anfangen.

Die Entscheidung für eine Planung wurde am 23. März vom Stadtrat auf den 5. April vertagt.

 

"Wir wollen alles durchdacht und alle Anliegen abgewogen haben, bevor wir eine fundierte Entscheidung treffen. Die Bürgerinnen und Bürger müssen jetzt und in Zukunft mitgenommen werden. Denn der Markt mit seinem einmaligen Flair und der angestammten Händlerschaft liegt uns sehr am Herzen“, sagt Stadträtin Kristina Frank, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin der CSU-Fraktion im Kommunalausschuss.

Bernahrd Loos, CSU-Bundestagskandidat im Münchner Norden sieht das ähnlich, wie seine Parteikollegin: „Alle haben das gleiche Ziel: Der Elisabeth-Markt soll erhalten bleiben. Das steht außer Frage. Wir wollen deshalb in dieser entscheidenden Projektphase einen Schritt zurück treten und nochmal alle vorgebrachten Argumente pro und contra Abriss und Neuaufbau beleuchten."

Sollte die Machbarkeitsstudie dann am 5. April genehmigt werden, wird der neue Komplex bis 2022 fertig gestellt sein.

Interessierte Bürger, die sich informieren wollen, finden ab sofort direkt am Elisabeth-Markt-Stand 23 ein Informationshäuschen, bei dem es projektbegleitende Broschüren und Veranstaltungen geben wird. 

Julia Langhof

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