Keller in der südlichen Osterwaldstraße immer noch unter Wasser

Schwabing: Bringt eine Petition die dringend benötigte Hilfe in der Osterwaldstraße?

In einer Tiefgarage steht Grundwasser bis auf Knöchelhöhe über dem Boden. Die Einfahrt wird mit Hütchen und Reifen blockiert.
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Monate später zeigt sich in der Tiefgarage der Genter Straße 13 immer noch das gleiche Bild: Das Grundwasser steht auf Knöchelhöhe im Raum.

Mittlerweile dringt Grundwasser in die Keller von 45 Haushalten im Bereich der südlichen Osterwaldstraße. Eine Petition im Landtag fordert Hilfe von der Stadt.

  • Mittlerweile dringt Grundwasser in die Keller von 45 Haushalten im Bereich der südlichen Osterwaldstraße.
  • Auf Hilfe warten die Anwohner noch immer.
  • Eine Petition im Landtag fordert die Stadt München zum Handeln auf.

Schwabing - Seit diesem Jahr stehen die Keller von 45 Haushalten im Bereich der südlichen Osterwaldstraße unter Wasser. Anträge aus BA und Stadtrat wurden formuliert, ein runder Tisch mit den zuständigen Abteilungen der Stadt abgehalten – ohne Ertrag: Eine Aussicht auf Hilfe von städtischer Seite blieb bisher aus.

Wohngebiet in Schwabing unter Wasser - Petition im Landtag soll Stadt München zu Hilfe verpflichten

Diese könnte nun erzwungen werden: Rechtsanwalt Benno Ziegler hat für die Betroffenen eine Petition beim Bayerischen Landtag eingereicht. Darin wird die Staatsregierung aufgefordert, über die Regierung von Oberbayern die Stadt München zu verpflichten, die Vorgaben des Wasserrechtsbescheids von 1986 einzuhalten und den Grundwasser-Aufstau zu unterlassen.

Rechtsanwalt Benno Ziegler fordert per Petition Hilfe von der Stadt München.

„Darin steht, dass kein Rückstau des Grundwassers durch den Regenwasserkanal unter dem Karl-Arnold-Weg zu erwarten sei“, erklärt der Rechtsanwalt. Ein von ihm in Auftrag gegebenes hydrogeologisches Gutachten stellte aber einen durch den Kanal bedingten Aufstau von bis zu 80 Zentimetern fest. „Damit verstößt die Stadt gegen ihren eigenen Rechtsbescheid“, betont Ziegler. Für so etwas würden Privatpersonen sofort zur Rechenschaft gezogen.

Ein Sprecher des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU) betont auf Hallo-Nachfrage jedoch: „Der angesprochene Bescheid berechtigt zum Aufstauen, Absenken und Umleiten von Grundwasser.“ Dies gelte auch für das Bestehen des Regenauslasskanals.

Wohngebiet in Schwabing unter Wasser - Kleinhesseloher See nicht verantwortlich, Untersuchungsergebnisse im November

Die bisherige Annahme, die Entschlammung des Kleinhesseloher Sees im Frühjahr könnte verantwortlich für den steigenden Grundwasserpegel sein, wurde von der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung (BSV) widerlegt, wie der Landtagsabgeordnete Christian Hierneis (Grüne) erklärt: „Ich habe die BSV angeschrieben und das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat hat mit Stellungnahme der BSV glaubhaft versichert, dass die Maßnahme im See maximal für den Anstieg des Grundwassers im Umkreis von 200 Metern verantwortlich sei.“

Sowohl Hierneis als auch BA-Chef Patric Wolf (CSU) fordern daher rasches Handeln: „Es kann nicht sein, dass eine ganze Nachbarschaft leidet und die Stadt nichts tut – obwohl Bürger, BA und der Stadtrat Hilfe fordern“, ärgert sich Wolf.

Das RGU habe ein fachkundiges und renommiertes Ingenieurbüro beauftragt, um die Situation zu bewerten. Dessen Ergebnisse werden dem Stadtrat voraussichtlich im November vorgestellt, so der Referatssprecher gegenüber Hallo.

Wohngebiet in Schwabing unter Wasser - so empfinden Anwohner die Situation

45 Haushalte sind mittlerweile vom Grundwasseraufstau in der Osterwaldstraße in Schwabing betroffen – mit schweren Folgen für Kellergeschosse und Tiefgaragen der Anwohner. Hallo hat gefragt, wie schwer das Ausmaß ist.

Anwohner Wolfgang Dirrigl.

Wolfgang Dirrigl (51) aus der Osterwaldstraße 47:
„Ich habe durch das Wasser beinahe meinen kompletten Keller verloren. Es stand bis zu 17 Zentimeter hoch. Ich musste den Keller auf Eigeninitiative abdichten, die Wände neu verputzen. Die alten Möbel meiner Großeltern, die sogar den Krieg überlebt haben, sind dadurch zerstört worden. Der Schaden beläuft sich für mich bisher auf 25 000 Euro.“

Anwohnerin Karin Vomfelde.

Karin Vomfelde (57) aus der Genter Straße 16:
„Bei uns ging es bereits Anfang Mai mit feuchten Böden los. Ich habe dann eine Ecke des Kellerbodens aufgeschlagen und das Wasser gesehen. Es ist unbegreiflich für mich, dass die Stadt München nichts tut, außer sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe zu schieben. Das sind von uns gewählte Vertreter, sie müssen uns helfen.“

Anwohnerin Doris Schumacher.

Doris Schumacher (60) aus der Genter Straße 15:
„Seit dem 8. Juni dringt bei uns Wasser in den Keller ein. Zwischenzeitlich stand es 9 Zentimeter hoch. Wir müssen durchgehend pumpen, weil unsere Heizkörper im Keller sonst zu Schaden kommen könnten.“

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