So lief die Wahl zur Seniorenvertretung

Wahl zur Seniorenvertretung: Ingrid Neumann-Micklich verliert wegen vier Stimmen

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Ingrid Neumann-Micklich ist schwer enttäuscht.

Schwabing: Ein schwerer Abschied...

Acht Jahre lang war Ingrid Neumann-Micklich Seniorenbeirätin, nun muss sie widerwillig ihr Amt abgeben. Wegen nur vier Stimmen verlor sie die Wahl im Bezirk Schwabing-West gegen Ingrid Seyfarth-Metzger (kl. Foto). 

Für Neumann-Micklich bricht eine Welt zusammen. „Ich bin sehr enttäuscht. Ich hätte die Arbeit so gerne weitergemacht“, bedauert sie. Sie ist alleinstehend, hat eine Tochter. Die Schwabingerin ist im Mieterbeirat und Mitglied des Bezirksausschusses Schwabing-West. Doch am meisten war sie mit ihren Aufgaben im Seniorenbeirat beschäftigt. „Ich war Leiterin für den Fachausschuss Gesundheit, das geht jetzt nicht mehr“, sagt sie. Ob sie ihre Arbeit für das Münchner Hospiz- und Palliativnetzwerk noch so weiterführen kann wie bisher ist ungewiss. „Ich habe viele wichtige Kontakte geknüpft, die gehen nun verloren. Mein Terminplan war voll. Das fällt nun alles weg“, klagt sie.

Den knappen Sieg Seyfarth-Metzgers wollte sie zunächst nicht hinnehmen und hat beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) nachgefragt. „Mir wurde gesagt, vier Stimmen wären noch kein Grund zum Nachzählen“, sagt Neumann-Micklich.

„Für eine Neuauszählung müssen sich Anhaltspunkte ergeben, dass wahlrelevante Fehler in der Vorbereitung, Durchführung oder Abwicklung passiert sind“, erklärt Alexander Stumpf vom KVR. Ein knappes Ergebnis gehöre nicht dazu.

„Bei der Kommunalwahl, insbesondere bei der Bezirksausschusswahl kommt es regelmäßig sogar zu gleichen Ergebnissen zwischen Bewerbern. In einem solchen Fall ist gesetzlich vorgesehen, dass ein Losentscheid über die Platzierung oder die Erlangung eines Sitzes im Gremium entscheidet“, sagt Stumpf. So bleibt Ingrid Neumann-Micklich nur noch übrig, zu hoffen, dass Seyfarth-Metzger ihr Amt nicht annimmt.

Diese ist zwar von ihrer Wahl selbst überrascht – „ich hatte nicht damit gerechnet“ –, hat jedoch nicht vor, auf ihr Amt zu verzichten. „Ich würde gerne im Fachausschuss Gesundheit mitarbeiten“. Seyfarth-Metzger hat einen Doktortitel in Medizin und ist Vorsitzende des Vereins „Bürger für unser Münchner Stadtklinikum“.

Die gesundheitliche Versorgung der Senioren ist für sie ein Schwerpunktthema. „Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beratung der Senioren. Viele wissen gar nicht, wo sie sich informieren können, beispielsweise in Bezug auf günstigen Wohnraum.“

Insgesamt hatte Neumann-Micklich 3790, Seyfarth-Metzger 3794 Stimmen auf sich vereint. Die Wahlbeteiligung lag im Stimmbezirk bei gerade mal 21,38 Prozent. Am besten war die Wahlbeteiligung in Allach-Untermenzing mit 29,9 Prozent, am schlechtesten in der Schwanthalerhöhe mit 14,47 Prozent.
laf

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