Schwabing

Familienzentrum: Zukunft ungewiss

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Die „Spielebox“ hat weder sanitäre Anlagen noch fließend Strom und Wasser.

Schwabing: Vorläuferprojekt zieht in neuen Container um, während Gebäude daneben ungenutzt verkommt.

Viele Familien mit Kindern leben in der Parkstadt Schwabing. Ein Treffpunkt sowie Anlauf- und Beratungsstelle ist dringend notwendig. Dennoch haben die Parkstädter immer noch kein richtiges Familienzentrum.

Stattdessen gibt es seit 2013 ein Vorläuferprojekt, das in zwei blauen Baucontainern, der „Spielebox“, angesiedelt ist – ohne sanitäre Anlagen, fließend Wasser oder Strom. Geplant war von Beginn an, dass das Zentrum in das ehemalige Gelände für Gartenbau an der Herbert-Bayer-Straße 3 zieht, nebst Wohnungen. Doch bis heute hat sich nichts getan.

Im Sommer soll das Vorläuferprojekt stattdessen vorübergehend in einen besser ausgestatteten Container umziehen. „Ab Juni oder Juli ziehen wir in einen 60 Quadratmeter großen Container an der Wilhelm-Wagenfeld-Straße“, sagt Nina Knopp, Leiterin des Vorläuferprojekts. Im neuen Container soll es dann einen großen Gruppenraum und einen kleinen Büroraum geben – Wasser, Strom und Heizung inklusive. Eine deutliche Verbesserung zum aktuellen Verbleib des Zentrums, aber dennoch nur eine Zwischenlösung.

„Das kostet den Steuerzahler nur unnütz Geld“, findet Informatiker Andreas Dvorak. „Derweil verkommt das ehemalige Gartenbau-Gelände neben der Spielebox immer weiter.“ Vom Bezirksausschuss (BA) will er wissen, was mit dem Gelände passieren soll. Der BA leitet die Frage an den Stadtrat weiter. „Nicht nur, dass das Gelände nicht sinnvoll genutzt wird. Es ist auch ganz einfach zu betreten. Schon öfter haben sich Anwohner beschwert, weil dort Nachts randaliert wird“, sagt Dvorak. Auf Anfrage berichtet die Polizei, es hätte dort erst letzten Monat einen Vorfall gegeben, bei dem von Sachbeschädigung auszugehen ist. „Am und um das Gelände liegen außerdem Scherben, die für Kinder gefährlich sind“, merkt Dvorak besorgt an. Gleich hinter dem Gelände steht die Spielebox. „Ganz nah am Gelände, in etwa drei Meter von einem offenen Eingang entfernt, steht außerdem ein Sandkasten“, beklagt sich Dvorak.

Aktuell setzt sich der BA dafür ein, dass das Gelände vom Kompetenzteam für Kultur- und Kreativwirtschaft zwischenzeitlich genutzt wird. Seit vier Jahren stehen die Gebäude bereits leer (Hallo berichtete). Was aber aus dem Familienzentrum wird, bleibt ungewiss. „Meine letzte Information war, dass das Stadtjugendamt gerade eine Beschlussvorlage schreibt, wonach das Familienzentrum auf das Gelände an der Herbert-Bayer-Straße umziehen soll“, so Knopp. Eine Anfrage beim Jugendamt blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.
Laura Felbinger

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