Spezialeinheit der Polizei rückt aus

Vorgetäuschte Hausbesetzung sorgt für Großeinsatz

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Eine linke Gruppierung führte die Polizei München an der Nase herum: Rund 70 Einsatzkräfte stürmten das leere Haus an der Seidlstraße 15.

Maxvorstadt - Aktivisten haben das Gebäude der ehemaligen Meinburk mit Hausbesetzer-Plakaten. Ein Großaufgebot der Polizei rückte aus - doch es war falscher Alarm. 

Das Bündnis "Für Lau Haus" hat am Wochenende die ehemalige "Meinburk" in der Seidlstraße 15 besetzt - oder es zumindest vorgegeben. 

Die Gruppe stellte Bilder und Texte auf ihre Seite, die das besetzte Gebäude mit Plakaten verhängt zeigten. In der ehemaligen Nobeldisko Meinburk soll sich neben den Besetzern auch noch potenziell entzündliches Material befunden haben. "10 leere Flaschen können schnell 10 Molis sein", hieß es in einem Tweet des Für Lau-Hauses, das die Polizei in Alarmbereitschaft versetzte.

"Wir haben unsere Bettlakensammlung durch eine Bombenwerkstatt erweitert", ist dort außerdem zu lesen. Zusätzlich veröffentlichten die Aktivisten Fotos von Molotowcocktails und verbarrikadierten Zugängen mit dem Aufkleber „Lebensgefahr für Bullen" und im Gebäude Graffiti mit der Aufschrift „Ab hier SEK“.

Mit den Tweets eine falsche Fährte gelegt

Da wurde es der Polizei München zu bunt: Das Unterstützungskommando (USK), die Spezialeinheit der bayerischen Polizei, rückte mit 70 Mann an, um die Gruppierung aus dem Haus zu treiben. Polizei und Feuerwehr sperrten die Seidlstraße sogar für mehr als zwei Stunden. Doch nachdem das Haus, das dem Freistaat gehört, durchsucht worden war, stellten Polizei und USK schnell fest, dass sie veralbert wurden. Bis auf Flyer und Transparente fanden die Einsatzkräfte nämlich niemanden.

Laut tz reagierte die Polizei sehr verärgert. „Wir haben Null Komma Null Verständnis für solche Aktionen“, sagt Elizabeth Matzinger, Sprecherin der Münchner Polizei. „Das zieht einen riesigen Polizeieinsatz nach sich – und kostet viel Geld.“

Jetzt laufen Ermittlungen gegen die Gruppierung "Für Lau Haus", die erst im Juli das nicht genutztes Schnitzelhaus im Westend besetzten und so gegen Wohnungsleerstand und steigende Mieten demonstrierten. Mit der angeblich besetzten Meinburk wollten die Aktivisten an ihre erste Aktion anknüpfen, dieses Mal allerdings, um gegen die „Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes“ zu protestieren.

Julia Langhof

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