Neuer BA-Chef Maxvorstadt

"Den Verstand walten lassen"

MAXVORSTADT Christian Krimpmann ist überraschend neuer Vorsitzender des Bezirksausschusses Maxvorstadt geworden

Damit hat vor einigen Wochen noch niemand gerechnet: Christian Krimpmann (36) ist neuer Vorsitzender des Bezirksausschusses Maxvorstadt. Der CSU-Politiker hat sich völlig überraschend durchgesetzt. Wie es dazu kam, wie er das zerstrittene Gremium einen will, lesen Sie hier.

Herr Krimpmann, warum war Ihre Wahl zum BA-Vorsitzenden überraschend?
„Das Ergebnis der Kommunalwahl erzielte in der Maxvorstadt für SPD, Grüne und CSU zwar drei nahezu gleichstarke Fraktionen, dennoch hatten SPD und Grüne mit acht Sitzen jeweils einen Sitz mehr als die CSU erhalten. Demnach war für mich klar, dass diese beiden Parteien Kandidaten stellen würden. Ich selbst hatte zu diesem Zeitpunkt gar nicht mit dem Gedanken gespielt, den Vorsitz zu übernehmen. Erst nach intensiven Gesprächen mit den neu gewählten Mitgliedern der CSU-Fraktion, den Grünen, der SPD und der FDP, die mit zwei Sitzen in den neuen Bezirksausschuss eingezogen war, entstand die Idee auf Initiative der SPD-Fraktion, dass ich für das Amt des Vorsitzenden kandidieren sollte. Ich hatte mit dem bisherigen Vorsitzenden, Oskar Holl (SPD), nicht zuletzt auch als sein erster Stellvertreter, stets ein sehr positives Verhältnis, und oftmals bestand bei wichtigen Entscheidungen Einigkeit zwischen unseren Fraktionen. Dass ich dann aber mit der Unterstützung der SPD und FDP zum Vorsitzenden gewählt wurde, war für mich eine große Überraschung.“

Was war Ihre erste Amtshandlung?
„Meine erste Amtshandlung bestand darin, die Wahl meiner Stellvertreter und die Wahl und Zusammenstellung der eigentlichen Arbeitsgremien des Bezirksausschuss es, nämlich der Unterausschüsse, zu leiten.“

Welche Schwerpunktthemen gibt es in der Maxvorstadt? „Ein aktuelles Schwerpunktthema ist der Bau der Anwohnertiefgarage am Josephsplatz. Da dieses Bauvorhaben die Maxvorstadt bereits seit tatsächlich mehreren Jahrzehnten beschäftigt und der Bau aktuell im Gange ist, haben wir uns entschlossen zu diesem Thema am Mittwoch, 25. Juni, 19 Uhr, eine Anwohnerversammlung in der Turnhalle der Schwindschule, Zentnerstraße 2, zu organisieren. Hierbei werden auch Vertreter des Baureferats aus den betroffenen Hauptabteilungen anwesend sein. Vorrangig wird es um die Gestaltung der Oberfläche des Josephsplatzes nach Fertigstellung der Anwohnertiefgarage gehen. Da in unserem Viertel Wohnen und Feiern gleichermaßen beliebt sind, werden wir insbesondere in den Sommermonaten wieder mit zahlreichen Lärmbeschwerden über zu laute Parties, den Betrieb auf Freischankflächen oder in Diskotheken zu tun haben. Um den Bürgern stets den richtigen Ansprechpartner von Verwaltung, Bürgervertretung oder Polizei vermitteln zu können, hat der Bezirksausschuss ein Infoblatt für Betroffene von Lärmbeschwerden entworfen, das pünktlich zum Beginn der warmen Sommermonate im Bedarfsfall verteilt werden kann. Ein weiteres Schwerpunktthema ist das innerstädtische Grün. Natürlich haben wir in der Maxvorstadt einige attraktive Grünflächen, aber dennoch ist die Anzahl der Bäume rückläufig. Hier wird der Bezirksausschuss ein wachsames Auge auf künftige Ersatzpflanzungen und den Erhalt der Grünflächen sowie des Baumbestandes haben!“

Was will der BA darüber hinaus künftig ändern oder auf die Wege bringen? 
„Nach der Kommunalwahl konnten wir in unserem Gremium viele neue Vertreter der jeweiligen Parteien begrüßen. In vielen Gesprächen ist mir aufgefallen, dass unsere neuen Mitglieder voller Tatendrang stecken und es bei zukünftigen Entscheidungsfindungen sicherlich nicht an Kreativität mangeln wird. Allerdings hat der neue Bezirksausschuss erst eine Arbeitssitzung hinter sich gebracht, so dass ich derzeit noch keine konkrete Antwort auf diese Frage geben kann. Eines der neuen Ziele könnte es sein, das Bürgerbüro in der Schellingstraße Ecke Türkenstraße mehr in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu rücken.“

Was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger?
„In der neuen Sitzungsperiode werden wir, anders als bisher, einen Beauftragten gegen Rechtsextremismus wählen. Viele andere Bezirksausschüsse haben diese Funktion bereits besetzt, und ich vertrete die Auffassung, dass in der Maxvorstadt, gerade wegen der vielen historisch belasteten Bauten und dem neu entstehenden NS-Dokumentationszentrum, dieser Posten nicht unbesetzt bleiben darf.“

Der BA galt in der Vergangenheit als zerstritten. Wie werden Sie das Gremium zu einer gesunden Arbeitsstruktur zurückbringen?
„Mit vernünftigem Menschenverstand und Transparenz! Wir sind ein relativ kleines Gremium. Wenn wir uns dieses Ziel vor Augen halten, ist es im Rahmen der Diskussionen und Entscheidungsfindungen auch notwendig sich zu streiten – aber nur auf der Arbeitsebene – mit dem Ziel, ein gemeinsames Ergebnis zu Tage zu fördern. Wenn wir dann den vernünftigen Menschenverstand walten lassen und die getroffenen Entscheidungen transparent darlegen, sollte der gesunden Diskussions- und Arbeitsstruktur nichts mehr im Wege stehen.“ Interview: ska

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