Schwabing

Tunnel-Lösung für Englischen Garten

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Seit Jahren setzen sich Hermann Grub und Petra Lejeune  für einen Tunnel ein. Nun wird ihre Vision (unten) Wirklichkeit.

Schwabing: Stadtrat entscheidet diesen Monat, welcher Tunnel künftig am Isarring entstehen soll.

Seit sieben Jahren setzt sich das Schwabinger Architektenpaar Hermann Grub (77) und Petra Lejeune (67) für einen Tunnel ein, der die Autos unter dem Englischen Garten hindurch führt – nun ist es so weit. Am 24. Mai entscheidet der Stadtrat darüber, welcher Tunnel das Rennen macht.

Zur Auswahl standen drei Tunnelvarianten in verschiedenen Längen, die das städtische Baureferat nun geprüft hat. Eine lange Unterführung, die bis zum Biedersteiner Tunnel reichen würde, wäre ein zu großer Eingriff in das historische Bild des Parks und die sehr kurze Variante wäre zu wenig effektiv. „Das Baureferat hat sich für unsere mittellange Tunnelvariante entschieden“, verrät Hermann Grub. 

Der künftige Tunnel soll 390 Meter lang sein. Am westlichen Ende der Ifflandstraße sollen die Autos in Zukunft unter der Erde verschwinden. Der Tunnel führt gen Westen am Kleinhesseloher See vorbei und unter dem Schwabinger Bach hindurch. Gleich nach dem Bach kommt die Straße wieder an die Oberfläche.

Mit ihren jeweils drei Fahrspuren soll die Unterführung die Verkehrssituation deutlich verbessern. Auf dem Streckenabschnitt des Isarrings durch den Englischen Garten gibt es immer wieder Stau. Oberirdisch lässt sich die Straße nicht verbreitern, denn der denkmalgeschützte Park würde zu sehr schaden nehmen.

125 Millionen Euro sind für das Projekt eingeplant. Lange Zeit war die Finanzierung ein Hindernis, doch letztes Jahr gab der Freistaat eine Finanzzusage von 35 Millionen Euro. Eine weitere Millionen kommt von der Allianz Umweltstiftung und 2,7 Millionen vom Bund in Berlin, der den Tunnel ins Förderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ aufnahm. „Nur sehr ausgewählte Projekte kommen in das Programm. Das ist eine tolle Auszeichnung“, freut sich Grub.

Wie lange die Planungen dauern werden und wann Baubeginn ist, darüber schweigt sich die Stadt noch aus. Grub zufolge geht die Stadt von sechs Jahren Planung und vier Jahren Bauzeit aus. „Ich hoffe, dass die Planungszeit danndoch deutlich geringer ausfällt“, sagt der Architekt. laf

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