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Wer hat die treueren Schäfchen?

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Olaf Stegmann (rechts), Pfarrer der evangelischen Markus-Kirche, und Markus Gottswinter, Pfarrer der katholischen Ludwigskirche, wetten um Stimmen bei den Kirchen-Wahlen.
Olaf Stegmann (rechts), Pfarrer der evangelischen Markus-Kirche, und Markus Gottswinter, Pfarrer der katholischen Ludwigskirche, wetten um Stimmen bei den Kirchen-Wahlen. © Alexander Freiesleben | AF-Photo.de

Maxvorstadt – Protestanten oder Katholiken? Zwei Pfarrer wollen wissen, wessen Schäfchen sich mehr um ihre Kirche bemühen – und haben kurzerhand eine Wette abgeschlossen

Seit Jahren treten immer mehr Menschen aus der Kirche aus. Einige sind zwar auf dem Papier religiös, beteiligen sich aber so gut wie gar nicht am Kirchengeschehen. Um dem entgegen zu wirken haben sich der katholische Pfarrer Markus Gottswinter von St. Ludwig und sein evangelischer Kollege Olaf Stegmann aus St. Markus etwas ganz besonderes einfallen lassen: Sie wetten um das höhere Wahlergebnis bei den Kirchen-Wahlen.

Am Sonntag, 21. Oktober, sind die evangelischen Gläubigen aus der Markusgemeinde aufgerufen, den neuen Kirchenvorstand zu wählen. Am Sonntag, 18. November, sind die Katholiken aus St. Ludwig mit den Kirchenverwaltungswahlen an der Reihe. Die jeweiligen Gremien gestalten und organisieren das Kirchenleben und verwalten das Budget.

Der Wetteinsatz: Hat St. Markus die Nase vorne, serviert Gottswinter höchstpersönlich beim evangelischen Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst den Kaffee. Gewinnt die Gemeinde von St. Ludwig, muss Stegmann mit dem Katholiken Frühschoppen. Dabei bleibt es aber noch nicht, denn für den Fall, dass die Wahlbeteiligung über 25 Prozent liegt, wollen beide zusammen zu dem Lied „I will follow him“ aus dem Film Sister Act auftreten. „Wir hoffen, das gibt ordentlich Ansporn. Die letzten Male war die Wahlbeteiligung bei nur etwa vier bis sechs Prozent“, sagt Stegmann. Ähnlich sei das bei den Katholiken, so Gottswinter. „Ich bin beim Singen nicht so begabt, Herr Gottswinter kann das besser“, meint Stegmann. „Das ist mir Recht, Herr Stegmann darf dafür gerne das Tanzen übernehmen“, erwidert Gottswinter und lacht.

Auch für die Landtagswahl erhoffen sich die beiden eine hohe Beteiligung. „Ich erlebe momentan so eine Aufbruchstimmung. Die Menschen wollen wieder mehr mitgestalten. Ich gehe auch davon aus, dass die Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen hoch ist“, meint Stegmann. „Hoffentlich zeigt sich diese Stimmung auch bei den Kirchen-Wahlen.“

Laura Felbinger

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