Ärger um die anderen Autos

Sinnvolles Parkraummanagement? Von Parklizenzregeln und Überplanung

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In der Fürstenbergstraße dürfen künftig nur noch Anwohner parken. Der Rest des Gebiets muss auch Autos der Besucher des Olympiaparks dulden.

Schwabing - „Es geht nicht, dass die das einfach über unsere Köpfe hinweg entscheiden“: Die Stadt hat die Parklizenzregeln in einer Straße verändert – Jetzt wird die Überplanung des Gesamtgebiets gefordert

Bereits vor zehn Jahren wurde eine Regelung für das Parkraummanagement im Lizenzgebiet Lerchenauer Straße beschlossen – Zeit für eine Änderung, finden die Stadt und auch der Bezirksausschuss (BA) Schwabing-West. Allerdings sind Stadt und BA unterschiedlicher Meinung, was die Umsetzung angeht.

„Zwei Tage vor unserer Sitzung habe ich plötzlich eine Mitteilung der Stadt erhalten, dass in der Fürstenbergstraße künftig Anwohnerparken gelten soll“, sagt der BA-Vorsitzende Walter Klein (SPD). Bisher herrscht dort Mischparken. „Es geht nicht, dass die das einfach über unsere Köpfe hinweg entscheiden“, macht Klein in der Sitzung seinem Ärger Luft. Was den BA-Vorsitzenden besonders stört: „Man kann nicht einfach Neuerungen vornehmen, ohne das gesamte System im Blick zu haben.“

Ingo Trömer vom Planungsreferat dazu: „Wir überprüfen bestehende Parklizenzgebiete regelmäßig. Bei der letzten Überprüfung dieses Gebietes wurde ein solcher Handlungsbedarf festgestellt, was zu einer Änderung der verkehrsrechtlichen Anordnung in der Fürstenbergstraße führte.“

Der BA-Vorsitzende Walter Klein (SPD) ist entsetzt, dass die Parklizenzregeln ohne jegliche Einbeziehung der Bürger geschah. 

Anwohner der Fürstenberg­straße hatten sich wiederholt über die Parksituation beschwert und gefordert, das Parken in der Fürstenbergstraße auf die Anwohner zu beschränken. Der BA hat den Wunsch an die Stadt weitergegeben. „Die Anwohner hatten über die Belastung durch Besucher von Veranstaltungen im Olympiapark geklagt“, so Klein. Allerdings würde das Problem im gesamten Gebiet zwischen Lerchenauer Straße, Schleißheimer Straße und Petuelring bestehen. „Wenn jetzt da in einer Straße was geändert wird, wird der Verkehr nur in andere Straßen gedrängt wie etwa die Birnauer Straße“, sagt Klein. „Alle paar Wochen bekomme ich wütende Briefe von Bürgern aus der Gegend, teilweise auch mit Fotos, auf denen zu sehen ist, dass alles voll geparkt ist.“ Daher bitten Klein und sein Gremium das Planungsreferat nun, Vorschläge zu machen, wie die Parksituation im gesamten Viertel verbessert werden kann. „Das Parkraummanagement dort ist nicht mehr zeitgemäß. In den letzten zehn Jahren hat sich schließlich viel getan,“ so Klein. 

Doch dem Planungsreferat sind die Hände gebunden: „Aus rechtlichen Gründen kann nicht das gesamte Gebiet rein für Anwohnerparken ausgewiesen werden kann, da tagsüber 50 Prozent der Parkmöglichkeiten für die Besucher des Olympiageländes zur Verfügung stehen müssen“, betont Trömer.

Laura Felbinger

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