Gegen das Vergessen

Platz vor dem NS-Dokuzentrum wird nach Max Mannheimer benannt

Bisher ist der Platz vor dem NS-Dokuzentrum namenlos: Nun wir der nach Max Mannheimer benannt.
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Bisher ist der Platz vor dem NS-Dokuzentrum namenlos: Nun wir der nach Max Mannheimer benannt.

Maxvorstadt: Max Mannheimer (1920-2016) setzte sich Zeit seines Lebens gegen das Vergessen des Holocaust ein.

Max Mannheimer (1920-2016) setzte sich Zeit seines Lebens gegen das Vergessen des Holocaust ein und erzählte sehr bewegend von der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten, der er selbst ausgesetzt war. Jetzt revanchiert sich gewissermaßen seine Wahlheimat München: Die Stadt benennt den bisher namenlosen Platz vor dem NS-Dokumentationszentrum in der Maxvorstadt nach dem am 23. September 2016 verstorben Mannheimer.

Mannheimer überlebte den Holocaust – er wog knapp 50 Kilogramm, als die US-Soldaten ihn befreiten. Danach schwor er sich, nie wieder in das Land seiner Peiniger zurückzukehren. Aber es kam anders: Wegen der Liebe zog er schon 1946 nach Deutschland. Jahrzehnte sprach er nicht über die entsetzlichen Erlebnisse, die ihm in den Konzentrationslagern widerfahren waren. Wenn ihn seine Kinder nach der Häftlingsnummer 99728 fragten, die auf seinem Arm tätowiert war, sagte er: „Das ist eine Telefonnummer, die konnte ich mir nie merken“, erzählte er in einem Interview.

Mitte der 80er-Jahre entschied er sich, öffentlich über das Martyrium zu sprechen. Bis zu seinem Tod kämpfte er gegen das Vergessen, erinnerte an den Mord von Millionen Juden. Er besuchte Schulen, Universitäten, sprach bei Kirchentagen, Kongressen und Seminaren. Sein Kampf gegen das Vergessen wurde zur Lebensaufgabe – bis er am 23. September 2016 starb. Unvergessen bleibt er trotzdem – künftig mehr denn je.
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