Verein kommt an der Schwere-Reiter-Straße unter

Neues Zuhause für die Tiertafel

Erleichtert, dass die Tiertafel gerettet ist: Vereinsvorsitzende Andrea de Mello (Mitte), Stadträtin Evelyne Menges (CSU) und Kommunalreferent Axel Markwardt.

Schwabing - Der Erhalt der Münchner Tiertafel ist gerettet. Auf einem 85 Quadratmeter großen Areal an der Ecke Dachauer/Schwere-Reiter-Straße haben die zehn ehrenamtlichen Helfer unter Leitung von Andrea de Mello künftig ausreichend Platz, um sich um Münchens arme Zamperl zu kümmern. 

"Wir sich überglücklich, dass wir in letzter Sekunde noch etwas gefunden haben", sagt de Mello. Auch Kommunalreferent Axel Markwardt zeigt sich "heilfroh", dass Stadt und Verein gemeinsam einen neuen Standort gefunden haben – bei dem enormen Bedarf an Immobilien in der Stadt.

Die Tiertafel hilft Menschen in finanzieller Not, die wegen Altersarmut, Hartz 4, Obdachlosigkeit oder Krankheit ihre Haustiere nicht mehr artgerecht versorgen können. 750 Tiere bekommen momentan ihr Futter bei der Tafel – doch die Einrichtung stand vor dem Aus: Ihr bisheriges Zuhause, ein baufälliges Haus in der Implerstraße, soll abgerissen werden, der Verein suchte fieberhaft nach Räumen für die Lagerung und Ausgabe von Tierfutter. 

Die Suche hat sich gelohnt: Die neue Ausgabestelle nahe des Leonrodplatzes ist zwar kleiner – bislang hatte die Tiertafel 150 Quadratmeter zur Verfügung –, dafür aber zentraler. Im Gegensatz zum zweistöckigen Zuhause an der Implerstraße sind die Räumlichkeiten ebenerdig, fließendes Wasser sowie eine Heizung machen das Arbeiten deutlich angenehmer. "Eingefrorenes Nassfutter und kalte Finger" seien nun kein Thema mehr, sagt de Mello.

Das Sozialreferat bezuschusst zwar die Miete, trotzdem ist die Tiertafel auf freiwilliges Engagement und Spenden angewiesen. Zum Beispiel für das Honorar von Tierärztin Susanne Jahn, die alle vier Wochen zum Behandeln, Impfen oder Krallen stutzen vorbeikommt. Die Kosten dafür übernimmt oder bezuschusst der Verein nach Möglichkeit – je nachdem wie viele Geldspenden zur Verfügung stehen. 

Der Einsatz der Tiertafel kommt nicht nur den Vierbeinern zugute: "Mittlerweile sind wir so viel mehr als nur eine Futterausgabestelle", sagt de Mello. "Wir sind auch eine soziale Anlaufstelle für Menschen in Not, die uns ihre Geschichten erzählen und einfach mal ein offenes Ohr brauchen". 

Die letzte Futterausgabe an der Implerstraße 1 findet am Samstag, 23. August, statt. An der Schwere-Reiter-Straße 2 startet die Tiertafel ihre erste Ausgabe dann mit einer großen Feier am Samstag, 27. September.

Laura Felbinger

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