„#ausspekuliert“: Jetzt wehren sich die Bürger

Münchner marschieren gegen den Mietwahnsinn

+
Gemeinsam gegen Rechts: Ende Juli demonstrierten über 20 000 Münchner unter dem Titel „#ausgehetzt“. Auf eine ähnlich rege Teilnahme hoffen nun die Veranstalter der „#ausspekuliert“-Demo.

Maxvorstadt/Altsstadt - Am Samstag zieht die Demo „#ausspekuliert“ durch die Stadt, um dem Mietwahnsinn endlich ein Ende zu setzen – Hallo hat die Infos

„Für bezahlbaren Wohnraum und gegen soziale Ausgrenzung“: Unter diesem Motto gehen die Münchner am Samstag, 15. September, auf die Straße. Die Idee für die Demonstration „ausspekuliert“ entstand beim ersten Münchner Mieterstammtisch im Juni (Hallo berichtete). Vorbild ist die Demo „#ausgehetzt“, bei der Ende Juli über 20 000 Münchner gegen den Rechtsruck in Gesellschaft und Politik protestierten (Hallo berichtete). Dieses Mal geht es um den Münchner Mietwahnsinn. „Die Veranstalter erwarten bis zu 10 000 Teilnehmer“, so Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat.

Der Münchner Mieterstammtisch wurde unter anderem von Tilman Schaich und Janek Schmidt ins Leben gerufen. Beide wohnen in Häusern, die an einen Investor verkauft wurden und bei denen Sanierungen geplant sind. Bei Schaich stieg die Miete vom einen auf den anderen Tag auf das Doppelte. „Legale Entmietung“ nennt der Mieterverein diese Praxis. Genau der wird jetzt der Kampf angesagt. Die Demo startet um 14 Uhr am Mariahilfplatz. Um 14.30 Uhr bricht der Zug in Richtung Gärtnerplatz auf. Vorbei am „Bellevue di Monaco“ zum Isartorplatz, der Maximilianstraße bis zur Ludwigstraße führt der Weg. Am Geschwister-Scholl-Platz findet um 17 Uhr die Abschlusskundgebung statt. Nach einer kurzen Ansprache von verschiedenen Parteien und den Initiatoren ist ein Musikprogramm geplant. Mit dabei sind unter anderem Roger von der Band Blumentopf, die Münchner Reggae-Band Raggabund, der Münchner Kneipenchor und Ecco Meineke.

Parallel ruft die Verdi-Jugend ab 14 Uhr zum Protest „Ohne Moos nix los“ auf. Von der Schwanthaler- aus ziehen die Teilnehmer über die Sonnenstraße und Brienner Straße zum Max-Joseph-Platz, wo die Demo gegen 15 Uhr endet. Die Teilnehmer können sich dann in der Maximilianstraße der „#ausspekuliert“-Demo anschließen. „Dass sich die Zusammenarbeit mit Verdi entwickelt hat, zeigt einmal mehr, wie viel Interesse es an dem Thema ‚Mangel an bezahlbarem Wohnraum‘ gibt“, sagt Katrin Blawat vom Münchner Mieterstammtisch.

Länger dauernde Straßensperrungen wird es dem Veranstalter zufolge voraussichtlich am Mariahilfplatz und rund um die Abschlussveranstaltung geben. Für den Rest der Route ist geplant, dass die Polizei nur für die Dauer des Demo-Zugs absperrt und die Straßen direkt danach wieder freigibt.

Sabina Kläsener

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare