Das Quartier – weitergedacht

Münchner Freiheit: „Sorgenkind“ soll aufgewertet werden – Verein stellt kühne Vision vor

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Münchner Freiheit – weiter gedacht: Ein 15-stöckiges Hochhaus an der Ecke Leopold-/Ungererstraße soll bezahlbaren Wohnraum schaffen und eine Brücke die Münchner Freiheit und die Erlöserkirche verbinden.

Ein ehrgeiziger Plan: Schmücken ein Hochhaus, ein neues Bürgerzentrum, eine begrünte Pergola und eine Brücke über die Ungererstraße die Münchner Freiheit?

Schwabing – Sorgenkind Münchner Freiheit: Das ist sie für den Chef des Bezirksausschuss (BA) Schwabing-Freimann, Werner Lederer-Piloty (SPD): eine Reihung von konträren Einzelelementen, die nicht zueinander passen. Da gibt’s den futuristischen Bahnhof, einen Spielplatz, die Erlöserkirche und ein Forum, das schon lange saniert werden sollte. Es brauche ein ganzheitliches Konzept, das die Elemente charakteristisch anpasst und verbindet. Das war die Geburtsstunde von „Münchner Freiheit – weiter gedacht!“

Christian Vogel von dem Verein Urbanes Wohnen hat mit seinen Kollegen das Konzept erarbeitet. In der vergangenen Vollversammlung des BA präsentierte Vogel die Idee: Über dem Forum eine bewachsene grüne Pergola, westlich eine durchsichtige Schallschutzwand, an der sich Künstler ausleben dürfen. Die Pappelallee fortgesetzt die Leopoldstraße hinauf zum Schwabinger Tor, ähnlich wie bei dem momentanen Umbaus des Siegestors (Hallo berichtete). 

Spektakulär fallen die Pläne nördlich des Spielplatzes aus, Vogel: „Schon vor 45 Jahren wurde eine Bürgerversammlungsstätte geplant, bisher fruchtlos.“

Konzept sieht umfangreichen Wohnraumgewinn vor

Die Vision von oben.

Um das zu ändern hat er ein Auge auf den Parkplatz an der Ungererstraße geworfen: „Man könnte ihn überbauen oder als Tiefgarage in den Boden verlegen.“ Die Planer möchten ein zweistöckiges Gebäude über den Parkplatz bauen sowie einen Brückenübergang zur Erlöserkirche – im ersten Stock ein Bürgerzentrum und im zweiten Wohnungen. Daneben ein 15-stöckiges Hochhaus, welches Sozialwohnungen mitten in Schwabing schaffen soll: Insgesamt 3 260 Quadratmeter Wohnraumgewinn. Im BA traf das Konzept auf großen Zuspruch, nun soll das Planungsreferat prüfen, was möglich ist.

Vogel weiß, es wird nicht einfach: „Es ist ein komplexes Projekt, Gestaltungs-Workshops müssen beantragt, Baurecht geprüft und Referate hinzugezogen werden: Aber wir alten Männer lassen nicht locker.“

Diese Hartnäckigkeit wird Vogel beibehalten müssen. „„Von unserer Seite ist aktuell keine Planung für eine Neuordnung der Münchner Freiheit veranlasst“, erklärt Ingo Trömer, Pressesprecher des Planungsreferates. „Lediglich für den verkehrlichen Bereich führen wir derzeit Untersuchungen für mögliche Maßnahmen durch.“

Daniel Schubert

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