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Schönheit, Vielfalt und Dystopien

Martin Blumöhr: Stadtbekannter Graffiti-Künstler startet ein neues Projekt im Zentrum

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In der Unterführung unter der Domagk­straße, auf Höhe der Tramlinie 23, entsteht das neue Kunstwerk von Künstler Martin Blumöhr.

Er bringt Farbe ins Triste grau: Jetzt hat Martin Blumöhr in Münchens Mitte eine neue Leinwand für seine Kunst gefunden. Welche Motive er plant und wofür sie stehen? – In Hallo verrät er erste Details.

Schwabing – In der Parkstadt Schwabing wird es bunt. Die neue „Leinwand“ des Künstlers Martin Blumöhr (38) ist die Unterführung unter der Domagk­straße, auf Höhe der Tramlinie 23 zwischen Schwabing Nord und Domagkstraße. Bis zum Sommer möchte der Künstler 250 Quadratmeter grauer Wand mit verspielten, bunten Motive verziert haben – sechs Meter in die Höhe.

Bisher schmückt die Wand ein weißer Elefant, eine Anspielung auf Rainer Maria Rilkes Gedicht „Das Karussell“. Der Lyriker wohnte während des Ersten Weltkriegs in der Ainmillerstraße. Der Elefant besteht aus den Silhouetten hunderter Menschen, die in den Stoßzähnen mit Protestbannern in einen Demonstrationszug münden. „Das ist der Stoßzahn der Geschichte, Menschen die Aufstehen und etwas tun. Das Peace-Symbol und die Regenbogenfarben repräsentieren die Friedensbewegung der 68er, die in Schwabing besonders aktiv war“, beschreibt Blumöhr das Motiv.

Es geht hoch hinaus: Für den Rüssel des Elefanten braucht Martin Blumöhr eine Leiter.

Im Vordergrund steht die weiße Rose, ebenfalls ein Motiv des Widerstandes und Anspielung auf die studentische Bewegung in Schwabing, die sich gegen das dritte Reich mit Flugblättern wehrte. Auf einem herabfallenden Blütenblatt findet sich der Text eines dieser Wurfblätter.

Zuviel verraten über folgende Motive möchte er vorerst noch nicht, außer soviel: Während die eine Seite die Schönheit und Vielfalt von Schwabing darstellen soll, wird die gegenüberliegende eine Dystopie des Viertels werden. 

„Ich mach mir ein bisschen Sorgen um Schwabing. Es ist eines der kulturell wertvollsten Viertel der Stadt, aber es wird immer mehr aufgekauft und teurer. Daher können es sich immer mehr Menschen nicht mehr leisten dort zu leben. Deswegen möchte ich mit der anderen, düsteren Seite der Unterführung einen Kontrast setzen, der die Menschen zum reflektieren bringt.“

Diese Seite wird auch aus einem anderen Grund spannend, denn an ihr verläuft die Straßenbahn. Arbeiten kann der Künstler dort erst, wenn der Tramverkehr nicht mehr fährt: Also ab zwei Uhr in der Nacht. Die Koordination zwischen seinem Privat- und Arbeitsleben sei nicht immer einfach. Wenn es sich zeitlich ergäbe, arbeitet der alleinerziehende Vater auch mal 15 Stunden durch, erzählt er. Einsam muss Blumöhr aber nicht bleiben. Häufig besuchen ihn Freunde oder Musiker, um ihm Gesellschaft zu leisten, merkt er heiter an.

Daniel Schubert

Geschichten vom Viertel

Auf der gegenüberliegenden Seite der Unterführung kann Blumöhr erst arbeiten, wenn die Tram nicht mehr fährt.

Wie bei seinen vorherigen Werken, sammelt der Künstler gerne Inspiration von Viertelgeschichten der Anwohner. Von daher freut sich Martin Blumöhr über redseligen Besuch. Auch kann man ihn für Motivideen erreichen, über seine E-Mail: martinblumoehr@gmx.de

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