„Einfach nur untragbar“

Königsplatz: Anwohner beklagen Open-Air-Konzerte – Gegenmaßnahmen gefordert

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Open-Air-Konzerte auf dem Königsplatz: Tolles Ambiente für Besucher, Ärgernis für die Anwohner.

„Schlimmer als die Wiesn“: Die Anwohner rund um den Königsplatz haben genug von den dortigen Open-Air-Konzerten. Sie klagen über viel Müll, Lärm und alkoholisierte Besucher.

Maxvorstadt – Schlimmer als nach 16 Tagen Oktoberfest sehe der Königsplatz nach einem Konzertwochenende aus. Das zumindest schreibt ein Bürger an den BA Maxvorstadt. Dazu kommt lauter Lärm durch die Musik und Staus durch Umleitungen. Die Mitglieder des BA sehen die Open-Air-Veranstaltungen auch kritisch, können aber wenig tun.

Über die letzten Konzerte – Kiss am 31. Mai sowie LaBrassBanda am 1. Juni – sind beim Kreisverwaltungsreferat seitdem vier Beschwerden eingegangen. Ein wütender Bürger hat an den BA geschrieben. Er stört sich vor allem an Heavy-Metal-Konzerten wie dem von Kiss. „Einfach nur untragbar“ seien diese.

Konzerte zögen „schwieriges Klientel“ an

„Diese Musik ist extrem aggressiv und gehört nicht in den Innenbereich einer Großstadt“, heißt es in dem Brief. Außerdem zögen diese Art von Konzerten schwieriges Klientel „in die eh schon durch zunehmende Obdachlosigkeit belastete Maxvorstadt“. 

„Da kommen jetzt auch noch schwarz und mit Fratzen gekleidete, alkoholisierte Menschen hinzu.“ Schon ohne Konzerte seien am Königsplatz Müll und Fäkalien in den Büschen.

Der Rest an sauberem Grün werde nun auch noch von den Konzertgästen weggetreten. Nach den Veranstaltungen sehe es schlimmer aus und stinke es mehr als nach dem Oktoberfest auf der Theresienwiese.

Anwohner fordern alternative Veranstaltungen

Der Bürger fordert, dass der Platz für andere Veranstaltungen genutzt wird – „vielleicht solche, die mit der Historie des Platzes vereinbarer sind. Gegen das Open-Air-Kino sage niemand etwas.

Mathias Popp (SPD) verwies in der jüngsten BA-Sitzung auf einen Stadtratsbeschluss, in dem die Zahl der Konzerte festgelegt wurde. „Der BA hat keinen Einfluss, wie oft und wer dort spielt“, sagte er. Mehr als ein Protest sei von Seiten der Viertelpolitiker nicht möglich. 

Ähnlich sah dies auch BA-Chef Christian Krimpmann (CSU). Zwar stehe das Gremium weiter dazu, dass der Königsplatz als Veranstaltungsort eher restriktiv genutzt werden soll. „Die Stadt sieht das aber offenbar lockerer als wir.“

Der Stadtrat hatte 2017 die Zahl der erlaubten Wochenenden mit Konzerten von zwei auf drei erhöht. Der Grund ist, dass man auf den Platz als Veranstaltungsort angewiesen ist, wie Johannes Mayer, KVR-Sprecher, erläutert: „Der Königsplatz ist in der Innenstadt einer der wenigen Plätze, an denen Großveranstaltungen und Konzerte stattfinden können.“ Die Nachfrage habe die Kapazitäten überschritten, weshalb das dritte Konzertwochenende genehmigt worden sei.

Andreas Daschner

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