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Pathologische Sammlung der Schwabinger Klinik soll erhalten bleiben

Wohin nur mit all den Leichenteilen?

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Chef-Präparator Alfred Riepertinger wünscht sich ein „Siegfried-Oberndorfer-Museum“.

Schwabing – 2020 soll sie schließen – zum Nachteil von Medizinern und Interessierten. Doch der BA will weiterhin dafür kämpfen, dass die pathologische Sammlung der Schwabinger Klinik erhalten bleibt

Blasensteine, Gedärme, Lungen, Nieren: Über 1000 Präparate sind im Institut für Pathologie des Klinikums Schwabing ausgestellt. Ebenso viele sind in Asservatenkammern verstaut. So grausig die Leichenteile zum Teil auch sein mögen, stößt die Sammlung doch auf großes Interesse. Angehende und ausgebildete Mediziner nutzen sie als Anschauungsmaterial ebenso wie Kriminalautoren – und am Tag des offenen Denkmals sind über 500 Besucher zu Gast. 

Doch voraussichtlich 2020 schließt die Pathologie am jetzigen Standort. Ursprünglich sollte sie bereits in diesem Jahr ans Klinikum Bogenhausen ziehen – der Zeitplan stehe aber laut zuständiger Stellen noch nicht endgültig fest. Ebenso unklar ist, was aus der Sammlung im Haus 32 werden soll.

Der Bezirksausschuss (BA) Schwabing-West hat bereits 2016 gefordert, dass das Gebäude zum „medizinhistorischen Museum“ werden soll. Die Idee stammt von Chef-Präparator Alfred Riepertinger. „Leider wurde der Antrag von CSU und SPD im Stadtrat abgelehnt“, sagt der BA-Vorsitzende Walter Klein. Der Bezirksausschuss will jedoch nicht locker lassen. Er hat einen Brief geschrieben, in dem er nochmals für den Plan wirbt. „Vielleicht kommt es doch irgendwie zu einer Art der musealen Präsentation“, hofft Klein.

Die Präparate sind zum Teil über 100 Jahre alt

Alfred Riepertinger ist zwar seit Beginn dieses Jahres im Ruhestand, so ganz loslassen kann er aber nicht, weshalb er nach wie vor hin und wieder seinen Kollegen in der Pathologie zur Hand geht. Der Präparator hat sein Leben dem Tod gewidmet, hatte schon Promis wie Roy Black, Franz Josef Strauß oder Rudolph Moshammer auf dem Seziertisch liegen und gilt als Koryphäe. 

Dass die Präparate, die zum Teil über 100 Jahre alt sind, erhalten und in einem Museum ausgestellt werden, ist ihm ein ganz besonderes Anliegen. Neben den Präparaten könne man auch Geräte wie eiserne Lungen ausstellen, die die Krankenhausgeschichte dokumentieren. 

„Bei einem positiven Entscheid durch den Stadtrat würde ich einen Förderverein gründen“, sagt Riepertinger. Sein Wunsch ist es, dass das Museum nach Siegfried Oberndorfer, dem ersten Leiter des Instituts, benannt wird. Oberndorfer wurde 1933 von den Nationalsozialisten gezwungen, das Krankehaus zu verlassen, weil er Jude war. Riepertinger steht in Kontakt mit Oberndorfers Angehörigen. „Seine Enkel wollen natürlich auch wissen, ob das Museum eine Chance hat“, sagt Riepertinger. Er hofft, dass sich der Stadtrat doch noch zu einer Entscheidung für das Museum durchringt. 

Im Moment gehört das Gebäude noch den München Kliniken. Ab 2020 der Stadt. „Zur Zukunft der Sammlung können wir derzeit noch keine belastbare Aussage treffen“, sagt Birgit Unterhuber, Sprecherin des Kommunalreferats. Im jüngsten Konzept-Papier des Referats zur geplanten Nachnutzung mehrerer Gebäude auf dem Klinik-Areal heißt es: „Im Grundsatz könnte die pathologische Sammlung in das vorliegende Nachnutzungskonzept integriert werden.“ Das Referat möchte sich aber nicht auf das Haus 32 festlegen und hält stattdessen eine Unterbringung der pathologischen Sammlung in den Häusern 19 bis 22 für vorstellbar.

Laura Felbinger  

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