Endlich Inseln in Sicht

Kommen jetzt die Wertstoffinseln?

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In Schwabing quillen die Mülltonnen über und auf neue Wertstoffinseln warten die Anwohner vergeblich. Wird sich das bald ändern?

Schwabing – Jetzt droht Ärger: Die Mülltonnen sind randvoll und die nächste Wertstoffinsel ist über einen Kilometer entfernt. So kann´s nicht weitergehen

Nicht nur die Mülltonen sind randvoll, auch Dietrich Keitel (SPD) vom Bezirksausschuss Schwabing-Freimann steht es bis zum Hals: „Seit über einem Jahr kommen Bürger auf mich zu! Im Domagkgelände und in der Parkstadt Schwabing liegt eine gravierende Unterversorgung von Wertstoffinseln vor! Es wurden Vorschläge gemacht, aber die Kriterien sind zu streng und undurchsichtig“. Er wünscht sich Einsicht, wo Wertstoffinseln aufgestellt werden – auch bei der Planung neuer Stadtviertel. Aber wer ist zuständig? 

Für die Standortsuche ist es die Versorgungsindustrie – genehmigen kann diese aber nur die Stadt. So kommt es häufig vor, dass die Müllentsorgungsfirmen, Remondis und Wittmann, einen Ort vorschlagen und die Stadt ablehnt. „Richtlinien sind beispielsweise Fläche, Anfahrtsmöglichkeiten, Lärmschutz oder Umweltfaktoren“, erklärt Evi Thiermann, Sprecherin des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWM). Zudem gibt es keine festen Regeln im Bezug darauf, wie viele Wertstoffinseln es in München geben muss - lediglich Empfehlungen: „Pro 1000 bis 2000 Einwohner sollte eine Wertstoffinsel vorhanden und nicht weiter als 200 bis 300 Meter voneinander entfernt sein, davon darf in stark besiedelten Gebieten abgewichen werden“, sagt Thiermann. 

Die Praxis sieht da anders aus: „Es gibt in einem Gelände mit über einem Kilometer Abstand nur eine einzige ausgeschilderte Wertstoffinsel! Es braucht ein Verfahren, das eine Mindestversorgung schon bei der Planung von Neubaugebieten sicherstellt“, sagt Keitel. Für sinnvoll hält er Unterflurcontainer. Vorteile: großes Fassungsvermögen und weniger unangenehme Gerüche. Nachteile: Da die Container mithilfe eines Krans aus der Erde gehoben werden müssen, braucht es genug Platz für die Mülleinsammler – was in Altbaugebieten schwierig und in der Planung von Neubaugebieten berücksichtigt werden muss. Momentan prüft das AWM neue Anträge für Wertstoffinseln im Domagkgelände und der Parkstadt Schwabing. Es ist dort also eine Verbesserung der Lage in Sicht. das

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