Stadtwerke prüfen Idee – Architekten bewerben sie in Bezirksausschüssen

Echte Chance für den Tram-Tunnel?

+
Würde ein Tunnel die ewigen Streitereien um die Gartentram beenden?

Schwabing – Dieses Bauprojekt ist seit jeher einer der größten Streitpunkte in Münchens Mitte: Die Tram durch den Englischen Garten – Jetzt schlagen Architekten einen alternativen Bauplan vor

Seit Jahren tobt ein Streit um die Idee einer Tram durch den Englischen Garten. Die Rathaus-CSU hatte die Pläne – im Gegensatz zu SPD und Grüne – lange abgelehnt, bis die Fraktion schließlich Anfang letzten Jahres doch ihren Segen gab. Anwohner sammeln indes Unterschriften gegen die Tram (Hallo berichtete). Wäre ein Tunnel für die Tram, wie ihn sich das Architekten-Ehepaar Hermann Grub und Petra Lejeune vorstellen, eine Lösung, mit der alle zufrieden wären? Die Stadtwerke und die Münchner Verkehrsgesellschaft prüfen zumindest auch diese Variante. Grub und Lejeune rühren im neuen Jahr die Werbetrommel und präsentieren ihre Tunnel-Idee den Bezirksausschüssen.´

Hermann Grub und seine Ehefrau Petra Lejeune können sich vorstellen, dass der Tram-Tunnel eine Lösung für den Dauerstreit darstellen könnte.

Anstatt einer oberirdischen Trasse wollen die Architekten die Tram in einer Röhre unter dem Garten verschwinden lassen. Ein Ausgang wäre in der Thiemestraße, der andere in der Tivolistraße, Ecke Hirschauer Straße. Mit einer ähnlichen Idee konnten sie bereits überzeugen, als es darum ging, den Mittleren Ring zu untertunneln. Dies hat der Stadtrat 2017 beschlossen.

Für den Tram-Tunnel rechnet das Architektenpaar mit Baukosten von rund 45 Millionen Euro. Die Mehrkosten im Vergleich zur oberirdischen Tram würden sich dabei den Architekten zufolge auf 16 Millionen Euro belaufen. „Dafür wird der schönste Park der Welt erhalten und das ist doch unbezahlbar“, argumentiert Grub. Man spare sich beim Tunnel die Nachrüstung der Akku-Trams sowie die Kosten für die Gartentrasse.

„Ich finde den Ansatz durchaus charmant. Damit wäre die Zerschneidung des Gartens durch die Tramtrasse erst einmal vom Tisch“, sagt Werner Lederer-Piloty (SPD), Vorsitzender des Bezirksausschusses Schwabing-Freimann, wo Grub und Lejeune ihr Konzept nun vorgestellt haben. Sein Stellvertreter Patric Wolf (CSU) sieht das ähnlich: „Ich bin gegen die Tram. Die Tunnellösung ist auf jeden Fall besser als die Idee der Stadtwerke mit der oberirdischen Tramtrasse.“ Kritisch sieht den Tunnel hingegen Grünen-Mitglied Ekkehard Pascoe: „Die Trasse ist leicht machbar und der Tunnel eigentlich zu teuer.“

Große Hallo-München-Umfrage: Das sagen die Anwohner über das Mega-Projekt.

Folgendermaßen könnte der Verlauf des Tunnels unter dem Englischen Garten aussehen.

Auf Initiative der SPD steht der Tram-Tunnel als nächstes im BA Altstadt-Lehel auf der Tagesordnung. „Wir wollen uns die Pläne einmal genau zeigen lassen. Interessant ist, wie sich die Architekten die Auffahrtssituation in der Tivolistraße vorstellen und wie teuer das Projekt ist. Vorab möchte ich mir noch kein Urteil bilden“, sagt der stellvertretende BA-Vorsitzende Wolfgang Püschel.

Bis eine Lösung feststeht, dauert es vielleicht nicht mehr lange. Die Stadtwerke rechnen mit einem Ergebnis ihrer Machbarkeitsstudie zur Gartentram bis März, so Sprecher Michael Solic. Sollte der Stadtrat die Pläne noch in diesem Jahr bewilligen, wäre 2020 Baubeginn.

Laura Felbinger

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Sommermärchen 2.0: So bereitet sich München auf die EM 2020 vor
Sommermärchen 2.0: So bereitet sich München auf die EM 2020 vor
Smarter Strom: Energiezentrale Freiham speichert Saft für morgen
Smarter Strom: Energiezentrale Freiham speichert Saft für morgen
Unwetter-Bilanz der Einsatzkräfte: VKB rechnet mit 30 Millionen Euro
Unwetter-Bilanz der Einsatzkräfte: VKB rechnet mit 30 Millionen Euro

Kommentare