Aktueller Zustand sorgt für Unverständnis

Schwabinger Tor: Ist die Tramstation tatsächlich barrierefrei?

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Norman Burkhardt und Dagmar Föst-Reich stört nicht nur der Abstand beim Ein- und Aussteigen.

Schwabing – Unebene Böden und großzügige Höhenunterschiede: Ist die Haltestelle Schwabinger Tor tatsächlich behindertengerecht? Diese Frage beschäftigt aktuell den Bezirksausschuss...

Wurden Menschen mit Behinderungen beim Bau der Tramhaltestelle am Schwabinger Tor nicht eingeplant? Laut Norman Burkhardt (31) definitiv: „Die Kanten werden überall in München auf Höhe des Fahrzeuges angepasst und hier wurde genau das Gegenteil gemacht.“ 

Die Stufe und der Abstand zur Tram sei aber nicht das einzige Problem: „Der Boden ist sehr uneben und man hat unregelmäßige kleine und tiefe Regenrillen. Das ist besonders für Menschen, die auf einen Blindenstock angewiesen sind, verwirrend“, sagt Burkhardt. Außerdem biete das durchaus architektonisch anspruchsvolle Dach wenig Schutz vor Regen und „der unregelmäßige Boden ist bei schlechten Wetterverhältnissen sehr rutschig“.

Unebene Böden und ein zu großer Abstand zum Ein-und Aussteigen bereiten vielen Menschen Probleme.

Burkhardts Freund und Bewohner der Parkstadt Schwabing ist Hendrik Heinig. Er erzählt, dass er es bereits zwei mal erlebt habe, dass Senioren mit Rollator beim Aussteigen das Gleichgewicht verloren hätten und gestürzt wären.

Erst Ende 2018 wurde die Haltestelle am Schwabinger Tor feierlich eingeweiht. Diese wurde allerdings nicht von der MVG, sondern privat von der Jost Hurler Gruppe gebaut. Allerdings verweist MVG-Pressesprecher Matthias Korte auf Abstimmungen bei der Planung mit dem Behindertenbeirat. In puncto „Lücken am Bahnsteig“ und „Ausstattung der Platzfläche“ soll sich der Beirat kompromissbereit gezeigt haben.

Der Bezirksausschuss (BA) Schwabing-Freimann beschäftigte sich in seiner vergangenen Sitzung mit einem Antrag von Dagmar Föst-Reich (FDP) der eine Prüfung auf Baumängel und Tauglichkeit der neugebauten Haltestelle vorsieht. Der BA hat das Thema vorerst vertagt. BA-Mitglied Petra Piloty (SPD) nimmt das Immobilienunternehmen in Schutz: „Die Stadt hätte bei der Nähe zum Parzivalplatz überhaupt keine zusätzliche Haltestelle gebaut. Ohne die Jost Hurler Gruppe müsste jeder vom Parzivalplatz aus laufen.“

Daniel Schubert

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