Nachhaltiges Joggen

Plogging-Aktion: Wie Münchner in nur einer Stunde kiloweise Müll sammeln wollen

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Frank Brodmerkel (vierter von links, vorne) präsentiert im Mai 2018 zusammen mit anderen Teilnehmern einer Plogging-Runde seinen im Englischen Garten gesammelten Müll.

Schwabing – Bewegung an der frischen Luft und nebenbei etwas für die Umwelt tun – das ist das Konzept von „Plogging“. Jetzt soll so eine Aktion in München starten. Was dahinter steckt, lesen Sie hier.

Es ist ein Trend aus Schweden: Sportbegeisterte sammeln während ihrer Joggingrunde herumliegenden Müll auf – sie „ploggen“. Frank Brodmerkel organisiert zusammen mit dem Verein One Earth – One Ocean seit einem Jahr solche Aktionen im Englischen Garten. Nächsten Freitag wird er wieder mit Freiwilligen auf Müllsuche gehen.

„Ich habe letztes Jahr das erste Mal über Plogging gelesen und fand es eine super Idee“, erinnert sich der 52-Jährige. Seine Werbeagentur direkt am Nymphenburger Kanal berät Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit. Von seiner Wohnung im Westend fährt er mit dem Rad zur Arbeit. „Kleine Schritte reichen oft schon, es müssen bloß alle mitmachen.“ 

So wie eben bei seinen Plogging-Aktionen im Englischen Garten: „Die Teilnehmer sind sehr engagiert und motiviert. Jeder läuft oder geht sein eigenes Tempo.“ Bei der Aktion im Oktober habe er einen großen Müllsack voll bekommen. Die Bilanz der Plogger nach einer Stunde: 15 Kilogramm Abfall, den Menschen achtlos in die Natur geworfen haben. 

„Es ist unfassbar, was die Leute alles liegenlassen – wie ein gedeckter Tisch. Sie konsumieren und schaffen es dann nicht weg.“ Was Brodmerkel aber besonders sauer macht: „Alle regen sich darüber auf. Mein Ziel ist es, dass es normal ist, den Müll einfach mitzunehmen statt sich über andere aufzuregen.“

Auch Brodmerkel ist Mitglied bei One Earth – One Ocean. Der Verein wurde am Samstag mit einem Preis für seine Arbeit gegen Plastikmüll in den Meeren ausgezeichnet. „Das Schulterklopfende und Unterstützende ist schon gut, aber die Menschen müssen ihr eigenes Konsumverhalten ändern.“ Den Leuten, die in der Natur einfach gedankenlos ihren Müll entsorgen, wirft Brodmerkel keine Böswilligkeit vor, aber: „Diese Faulheit treibt unsere Welt irgendwann in den Abgrund.“

Sophia Oberhuber

Die nächste Plogging-Aktion findet am Freitag, 12. April, statt. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Milchhäusl, Veterinärstraße 16. Teilnehmer sollten ein Behältnis (zum Beispiel Stoffbeutel) und Handschuhe mitbringen.

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