Neue Bürgerinitiative mobilisiert sich gegen Verkehr rund um Großbaustelle

Schwabinger Gruben-Gram

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So sieht im Moment der Innenhof des Oskar-von-Miller-Gymnasiums aus.

Schwabing – Schmutz, Lärm und Verkehrschaos: Wegen der Renovierungsarbeiten an Oskar-von-Miller- und Maximiliansgymnasium fürchten Kleinbetriebe um ihre Existenz – Eltern um ihre Kinder

Bis zu 50 Lastwagen am Tag sind für die Renovierung und den Ausbau des Oskar-von-Miller- und Maximiliansgymnasiums im Einsatz (Hallo berichtete). Zum Teil donnern diese direkt durch die engen Straßen des Schwabinger Viertels, verschmutzen Zebrastreifen und verursachen Verkehrschaos, beklagen die Anwohner.

Wolfgang Ferchl war von Beginn an Teil der Bürgerinitiative „Pro Max und Oskar“.

Das Wegfallen von Parkplätzen ist dabei die geringste Sorge rund um die Großbaustelle: Kleinbetriebe fürchten um ihre Existenz – Eltern um die Sicherheit ihrer Kinder. Sie verschaffen sich jetzt Gehör mit der Bürgerinitiative „Pro Max und Oskar“: „Wir sind pro Sanierung, aber nicht so! Inzwischen vertritt die Initiative das Interesse von rund hundert Anwohnern, täglich kommen mehr hinzu“, berichtet Wolfgang Ferchl, der von Anfang an dabei war.

Die Stadt ludt nun zu einem runden Tisch ein, um mit der Initiative zu verhandeln. Es geht um einen massiven Ausbau: 24 neue Klassenzimmer, zwei neue Sporthallen, eine gemeinsame Aula und damit eine Versammlungsstätte für die Schüler gehören zu den Zielen des 166 Millionen Euro Großprojekts. Dieses wird vier Jahre in Anspruch nehmen (Hallo berichtete). Im Zentrum der Verhandlungen steht der Verkehr: „Die Lastwagenfahrer stehen immer unter Zeitdruck und teilweise fahren die vogelwild“, sagt Ferchl. Außerdem fänden riskante Überholmanöver statt, besonders zu Stoßzeiten. Deswegen plädiert die Bürgerinitiative für eine Hauptverlagerung des Verkehrs auf eine Wendeschleife, die zwischen Karl-Theodor-Straße und Morawitzkystraße verläuft.

Die Stadt hat statische Bedenken. Direkt unter der Wendeschleife verläuft die U6, eine der ältesten U-Bahn-Trassen Münchens. Die ist der vierjährigen Dauerbelastung in diesem Ausmaß nicht gewachsen. „Ich nehme ihre Vorschläge sehr ernst aber Tatsache ist: es wird den Verkehr um die Schulen geben!“, so Detlev Langer vom Baureferat.

Die Stadt verspricht, sich mit den Wünschen der Initiative auseinander zu setzen. Immerhin soll Anfang Februar die gewünschte Reifenwaschanlage für den Baustellenverkehr kommen. Dann wird zumindest die Verschmutzung der benachbarten Straßen nachlassen. Gegen die Lärmbelastung sind schalldämpfende Wände geplant – der Initiative ist das nicht genug. „Wir suchen weiterhin nach Möglichkeiten den 1,6 Kilometer langen Schwerlast-Korso aus dem Viertel zu bekommen“, so Ferchl. Der nächste runde Tisch ist frühestens in sechs Wochen angedacht, zu Beginn der nächsten Bauphase.

Daniel Schubert

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