Vergrößertes Einsatzgebiet: Kommt der KAD künftig auch in die Maxvorstadt?

Patrouillieren die Stadt-Sheriffs bald am Königsplatz?

+
Kriegen die Stadt-Sheriffs ein größeres Revier? Geht es nach der CSU, soll der Kommunale Außendienst auch in der Maxvorstadt für Sicherheit sorgen.

Maxvorstadt – Wird das Revier der Stadt-Sheriffs erweitert? Auf Antrag der CSU wird jetzt diskutiert, ob der Kommunale Außendienst bald auch in der südlichen Maxvorstadt tätig werden könnte

Bekommen die Stadt-Sheriffs ein größeres Revier? Seit 2. Juli patrouillieren die Mitarbeiter des Kommunalen Außendiensts (KAD) rund um den Hauptbahnhof. In einem Antrag, der jetzt im Kreisverwaltungsausschuss diskutiert wird, fordert die CSU, das Einsatzgebiet auf den Bereich um den Königsplatz auszuweiten. Doch das scheint allein personell nicht möglich. „Das Kreisverwaltungsreferat lehnt den Antrag ab, weil die geforderte Personalstärke nicht erreicht ist“, so CSU-Stadtrat Thomas Schmid. Aktuell sind 43 Personen beim KAD beschäftigt. 16 weitere durchlaufen derzeit interne Schulungen. Bei 20 weiteren Bewerbern laufe das Einstellungsverfahren noch, weil etwa noch Kündigungsfristen des bisherigen Arbeitgebers bestehen. Die restlichen Posten sollen im Sommer besetzt werden, wie das KVR mitteilt. Geplant sind 92 Mitarbeiter.

1967 Einsätze am Hauptbahnhof

Bis die gefunden sind, arbeitet Schmid an einem neuen Plan, den Königsplatz zum KAD-Gebiet zu machen. „Der Bereich um den Hauptbahnhof ist ein Hotspot für Straftaten“, erklärt er. „Weil die Polizei dort verstärkt im Einsatz ist, möchte ich mit dem Polizeipräsidium prüfen, ob es sinnvoll wäre, dass KAD-Mitarbeiter vom Hauptbahnhof quasi abgezogen werden können und am Königsplatz patrouillieren.“ Die Einsatzzahlen am Hauptbahnhof zeigen aber: Der KAD hat alle Hände voll zu tun. 1967 mal schritten die Ordnungshüter bis zum Jahresende 2018 ein. Darunter 760 Ermahnungen zum Beispiel wegen Nächtigen im Alten Botanischen Garten oder Lärmbelästigung. Es gab 473 Anzeigen, etwa wegen aggressiven Bettelns oder wilden Urinierens. Die KAD-Streifen sprachen 152 Platzverweise aus. „Die Resonanz der Anwohner und Geschäftsleute auf die KAD-Streifen ist positiv und bescheinigt eine Verbesserung der Situation“, so KVR-Sprecher Johannes Mayer.

Ist die Szene also weitergezogen? Anlieger und Politik sind sich uneinig (siehe Kasten). „Bei Gesprächen vor Ort haben wir festgestellt, dass sich die Drogen- und Trinkerszene vom Alten Botanischen Garten zum Königsplatz verlagert hat“, sagt Schmid. Für SPD-Stadtrat Christian Vorländer hingegen ist der KAD am Königsplatz im Moment „weder erforderlich noch umsetzbar“. Gleichzeitig stimmt er zu: „Die Situation am Königsplatz muss weiterhin im Auge behalten werden.“

Sebastian Obermeir

Brennpunkt Kunstareal – Anlieger berichten

Wie schlimm ist die Situation am Königsplatz? Hallo hat sich vor Ort umgehört:

Glyptothek-Chef Florian Knauß beklagt eine Zunahme der kriminellen Vorfälle im Viertel.

„Keinerlei Probleme“ hat man beim Lenbachhaus festgestellt. Glyptothek-Chef Florian Knauß beklagt hingegen die steigende Zahl an Vorfällen: „Ein Teil der Drogenszene und organisierte Bettler haben sich hierher verlagert. Diese Personen sind oft nicht rücksichtsvoll und verhalten sich gelegentlich sogar aggressiv gegenüber Mitarbeitern und Besuchern unserer Museen.“

Eine Mutter, die den Spielplatz an der Glyptothek besuchte, sagt: „Am Königsplatz selbst hat sich die Situation nicht verschlimmert.“ In ihrer Wahrnehmung liegt das Problem eher auf dem Weg vom Hauptbahnhof zum Königsplatz und um den Alten Botanischen Garten. „Auf dem Spielplatz dort hat man jetzt schon öfter Spritzen gefunden.“ Auch eine Apothekerin in der Nähe bestätigt das: „Manchmal kann man Angst bekommen, so wie die Zahl der Bettler und Drogenabhängigen hier zugenommen hat.“ 

so/mag

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Darum wird der Kleinhesseloher See im Englischen Garten jetzt komplett leer gefischt
Darum wird der Kleinhesseloher See im Englischen Garten jetzt komplett leer gefischt
A99: 8-streifiger Ausbau zwischen München-Nord und Aschheim fertig
A99: 8-streifiger Ausbau zwischen München-Nord und Aschheim fertig
Alles neu beim Abi? Erste Details zum neuen G9 in München vorgestellt
Alles neu beim Abi? Erste Details zum neuen G9 in München vorgestellt
München: Fünf Wohnungseinbrüche an einem Tag
München: Fünf Wohnungseinbrüche an einem Tag

Kommentare