Masterplan fürs Viertel

Mehr Kunst im Kunstareal: Ludwig-Maximilians-Universität plant Neubau

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Der Gebäudekomplex an der Theresienstraße 37 bis 41 wird abgerissen.

Maxvorstadt - Im LMU-Gebäude neben den Pinakotheken werden aktuell Mathe und Physik gepaukt. Mit einem neuen Komplex soll sich das nun ändern

Ludwig Spaenle

Kunst betrachten, Kunst machen, über Kunst lernen: Das ist die Vision von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU, Foto). „Die Ludwig-Maximilians-Universität plant etwas europaweit Einmaliges“, betonte der Minister beim Neujahrsempfang der CSU Maxvorstadt. Man überlege, die Kunstwissenschaften künftig ins Kunstareal zu verlegen. Dorthin, wo im Moment noch die Mathe- und Physik-Institute der LMU in einem 70er-Jahre-Bau an der Theresienstraße 37/39/41 untergebracht sind. „Eine Sanierung würde etwa 80 Prozent der Kosten eines Neubaus verschlingen“, sagte Spaenle. „Deshalb wird der Komplex abgerissen.“ Im Moment ist das Departement Kunstwissenschaften auf verschiedene Gebäude verstreut – das Institut für Kunstpädagogik befindet sich beispielsweise an der Leopoldstraße 13, die Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften an der Amalienstraße 52. „Es gibt Überlegungen, das Department Kunstwissenschaften als Teil der Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften zusammenzuführen“, sagt Katrin Gröschel von der LMU. Die Geschichtswissenschaften würden dann an der Amalienstraße 52 bleiben. „Es besteht die Idee, dass an der Theresienstraße neben den Kunstwissenschaften auch noch eine Ausstellungshalle mit temporär wechselnden Ausstellungen und ein Ort zum Exponate lagern entstehen sollen“, sagt Christian Krimpmann (CSU), Vorsitzender des Bezirksausschusses Maxvorstadt. „Das wäre ein großer Schritt in Richtung interdisziplinäre Forschung!“ 

Bevor der sanierungsbedürftige Gebäudekomplex abgerissen wird, müssen die darin ansässigen LMU-Institute sowie das Museum Reich der Kristalle weichen. Das Museum soll mitsamt der Geowissenschaften in einen Neubau an der Ecke Schiller- und Pettenkoferstraße ziehen, für den gerade ein Architektenwettbewerb läuft. Bis Mitte der 20er-Jahre soll der Bau abgeschlossen sein. Die Mathematik zieht voraussichtlich 2022 in das Gebäude der heutigen Frauenklinik der LMU an der Maistraße. Diese zieht ins „Neue Hauner“ und an die Ziemssenstraße. Die Fakultät für Physik zieht in einen neuen Campus an der Königinstraße (Hallo berichtete). „Bis Ende 2020 wird es noch dauern, bis alle draußen sind. Dann wird der Komplex abgerissen und durch Neubauten ersetzt, die auch optisch besser zur Umgebung passen“, sagt Eberhard Schmid, Leiter des Bereichs LMU im Staatlichen Bauamt. Auch die Umgebung des Gebäudes wird aufgehübscht. Seit 2009 tüftelten Stadt und Freistaat an einem Masterplan für die Freiflächengestaltung des Kunstareals zwischen Heß-, Türken-, Karl- und Richard-Wagner-Straße. In der jüngsten BA-Sitzung stellte Spaenle den Plan vor (siehe unten).Laura Felbinger

Die Freiflächengestaltung des Areals

Um die Leitidee des Konzepts zu verdeutlichen, benutzte Ralf Günter Voss vom Züricher Landschaftsbüro Vogt die Metapher eines Konglomeratgesteins. So wie der Sediment- Kitt die Steine zusammenhält, sollen die Freiflächen die Museen, Hochschulen und Kulturinstitutionen zu einer Einheit verbinden, ihnen eine Identität geben. Dafür soll vieles vereinheitlicht werden: durchgängig gleiche Bodenbeläge, Straßenlaternen, Sitzbänke sowie eine einheitliche Kennzeichnung der einzelnen Häuser. Zudem soll eine neue Baumgeneration herangezogen werden. Außerdem schlägt das Konzeptpapier als Zentrum des Areals einen autofreien „Kunst-Boulevard“ auf der Arcisstraße oder der Barer Straße vor. Welche Maßnahmen genau umgesetzt werden, wird noch untersucht. 

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