Oskar-von-Miller-Ring: Mogelpackung oder Super-Wurf?

Ab 2022 wird´s grün

Blick auf den Oskar-von-Miller Ring, vom Siemensforum zu St. Markus: Bäume, Blumen und Stauden säumen den Platz.
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Blick auf den Oskar-von-Miller Ring, vom Siemensforum zu St. Markus: Bäume, Blumen und Stauden säumen den Platz.

Maxvorstadt – „Wer Bienen will, muss Blumen pflanzen." Unter diesem Motto will das Sieger-Konzept den Altstadtringtunnel sanieren. Hallo stellt das Konzept vor

Landschaftsarchitekt Horst Kübert stellt die aktuellen Pläne vor.

Gerade wird der Altstadtringtunnel saniert. Wie es anschließend an der Oberfläche am Oskar-von-Miller-Ring aussehen soll, das stellte jetzt Landschaftsarchitekt Horst Kübert vor: Blühende Landschaften ersetzen grauen Beton – „Hier entsteht ein Ort der Identität!“ 

Bis 2023 soll der Wettbewerbs-Sieger Münchens zentralste Verkehrs­achse – den Ausgang des Altstadtringtunnels – umgestalten. Das heißt: 20 neue Bäume, eine Mischung genau abgestimmter Blumen, Stäucher und Stauden werden im Sinne des ökologischen Aspekts „die Artenvielfalt sichern und die Luftqualität verbessern.“ Dazu wird eine Fahrspur reduziert, Parkplätze verlegt. 

Florian Hochstätter vom Münchner Baureferat präsentiert, was als Projekt 2017 von der Landeshauptstadt genehmigt, nach Bürgerworkshops und Ideensammlung als gelungene, „bestandsorientierte Lösung“ prämiert wurde. 1500 Quadratmeter mehr Grün entstehen so in der Maxvorstadt: „In der Schneise von der Altstadt zum Kunstareal wird Aufenthaltsqualität mit Sitzgelegenheiten, Kunstinstallationen und vielen Blumen geschaffen.“ 

Durch den Rückbau einer Fahrspur Richtung Theresienstraße und der Schließung der bisherigen Fußgängertunnels, der die fünfspurige Ost-West-Schneise von Stadtmitte Richtung Schwabing queren lässt, spielt sich dann mehr Leben auf der Oberfläche ab (Hallo berichtete). Das ist bei allem Verkehr so gewollt – „neue Ampeln ergeben neue Querungsmöglichkeiten. So ziehen wir die Menschen ins Viertel hinein, verbinden die Landesbank, den zukünftigen Standort des Goetheinstitutes und die Gemeinde St. Markus oberirdisch.“ Durchgehende Fahrradwege die die Straße flankieren sind eine weitere verkehrstechnische Neuerung. 

Hochstätter ist überzeugt von dem Sieger-Konzept: „Wer Bienen will, muss Blumen pflanzen. Natürlich können wir den Verkehr nicht wegzaubern, aber die Stauden werden zwei Meter hoch, da sieht man die Autos nicht mehr.“ Dass aber auf den prämierten Visualisierungen kein einziges der rund 60 000 Fahrzeuge, die täglich den Altstadtringtunnel nutzen, zu sehen ist, erregte die bei der Vorstellung anwesenden Anwohner. Kübert nimmt die Kritik der Anlieger gerne als Input mit zur Diskussion seines Entwurfes auf. Auch wenn die Bürger noch einen zusätzlichen Weg durch die Staudenlandschaft wollen: „Das ist machbar.“ M.-J. Hlawica

Das sagen die Maxvorstädter: "Chance, den Eintritt zu gestalten, ist missglückt"

Silvia Stroh- Endlicher.

Silvia Stroh- Endlicher, Oskar-von-Miller-Ring 29: „Mein Büro liegt hier. Ich wundere mich sehr, dass auf keinem einzigen Bild des Sieger-Entwurfs ein Auto oder LKW auftaucht. Immerhin fahren täglich 60 000 Fahrzeuge durch den Tunnel. Meine Angst bei weniger Fahrspuren ist, dass alles im Stau steht.“

Günther Fieger-Kritter.

Günther Fieger-Kritter, Vertreter des Behindertenbeirates: „Ich wollte mir ansehen, ob die Oberfläche wirklich barrierefrei und ohne Hindernisse gestaltet ist, Pflanzen hin oder her. Wichtig sind Bedarfsschaltungen an Ampeln, um die Grünphasen länger zu schalten, etwa um in die Kirche zu kommen.“

Svenja Jarchow.

Svenja Jarchow, Anwohnerin und BA-Mitglied für die Grünen: „Meiner Meinung nach hat der falsche Entwurf gewonnen. Der Verkehr wird aus der Brienner Straße nur verlagert, da muss man nichts beschönigen. Die Chance, den Eintritt in die Maxvorstadt toll zu gestalten ist trotz viel Grün nicht geglückt.“

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