Bushaltestelle soll auch umbenannt werden

Karl Stützel: Schilder reichen nicht

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Karl Stützels Enkelin Eva Rambichler (li.) und Michael Stützel (Urenkel ) bei der feierlichen Umbenennung des Platzes.

Maxvorstadt - Nachdem bereits der Platz in Karl-Stützel-Platz umbenannt wurde, fordert der Bezirksausschuss nun auch eine angepasste Umbenennung der Bushaltestelle

Seit kurzem heißt der Platz neben dem Alten Botanischen Garten, auf dem eine Skulptur des Bildhauers Mauro Staccioli in Form eines großen roten Kreises steht, Karl-Stützel-Platz. Mit seinem neuen Namen wird er dem Bayerischen Innenminister Karl Stützel gewidmet, der zeitlebens gegen die NSDAP vorgegangen ist. 

Dem Bezirksausschuss Maxvorstadt reicht die Beschilderung alleine jedoch nicht aus. „Karl Stützel ist vergleichsweise unbekannt. Hochschulprofessoren beklagen zum Beispiel, dass er in keinem Schulbuch Erwähnung findet“, sagt Christian Krimpmann (CSU), Vorsitzender des Bezirksausschusses. „Daher sind wir der Ansicht, dass hier eine Zusatzbeschilderung wichtig ist.“ Diese soll mit knappem Text erklären, wer der Namensgeber des Platzes war. 

Zusätzlich wünschen sich die Viertelpolitiker eine Umbenennung der Bushaltestelle der Linie 100 von „Elisenstraße“ in „Karl-Stützel-Platz“. Matthias Korte, Sprecher der MVG, gibt an, dass eine Umbennung der Bushaltestelle grundsätzlich möglich ist. „Allerdings zieht das einen hohen Aufwand nach sich“, gibt er zu Bedenken, denn „alle gedruckten Medien, in denen der Name auftaucht, müssen neu gedruckt werden, also auch alle Haltestellenschilder und so weiter.“ Daher könne die Umbennung nur zu einem Fahrplanwechsel geschehen, weil dann sowieso ein Großteil der Medien neu gedruckt werden müsse. „Wir werden uns den Antrag gerne anschauen und prüfen. Wichtig ist, dass der Haltestellenname den Fahrgästen eine Orientierung bietet“, sagt Korte.

Wer war der Namensgeber?

Karl Stützel (* 1872 in Speyer; †1944 in München) war ab dem Jahr 1924 Innenminister in Bayern. Stützel bekämpfte entschieden die KPD und die NSDAP. 1925 verhängte er in Bayern sogar ein zweijähriges Redeverbot gegen Adolf Hitler. Außerdem machte er es den Nazionalsozialisten schwer, indem er Uniformen und Auftritte verbot. Zusammen mit anderen Länderministern konnte er sogar ein kurzzeitiges Verbot der SA und SS durchsetzen. Ein Jahr später, am 9. März 1933, stürmten die Nazis jedoch das Rathaus und verhafteten Stützel. Nach seiner Freilassung lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1944 als „persona non grata“ in München.

Laura Felbinger

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