„Wo sollen wir künftig leben?“

280 junge Menschen wissen nicht wohin

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Wissen nicht, wie sie sich München ohne günstiges Wohnheim leisten sollen: Johanna Bittl (17), Irina Krahle (23) und Alba Dervishi (19) (v. li.).

Altstadt/Schwabing - Wohnen in München ist teuer - Besonders, für Menschen mit einem kleinen Geldbeutel - Wohnheime sind beliebte Alternativen - Doch wegen anstehender Sanierungen könnte es bald enorme Engpässe geben

In München eine Ausbildung zu machen oder zu studieren ist mit einem kleinen Geldbeutel oft kaum machbar – es sei denn, man ergattert einen der begehrten Plätze in einem günstigen Wohnheim. Der Diözesan-Caritasverband ist Träger von drei Jugendwohnheimen in der Stadt. Allerdings sind zwei davon – eines an der Hiltenspergerstraße in Schwabing und eines an der Herzogspitalstraße in der Altstadt – in die Jahre gekommen und müssen dringend generalsaniert werden. Was bisher offen steht ist, wo die 280 jungen Frauen und Männer währenddessen hin sollen.

„Ich wohne in einem Doppelzimmer mit meiner Schwester. Im Oktober fange ich an der Technischen Universität zu studieren an“, sagt Alba Dervishi (19). „Wenn nun im nächsten Jahr die Sanierung beginnt und wir raus müssen, wäre das sehr schlimm für uns. Wo sollen wir denn künftig leben? Für ein anderes Wohnheim müssten wir uns eineinhalb Jahre im Voraus bewerben.“ Aktuell muss Dervishi 300 Euro Miete zahlen, womit sie gut zurecht kommt. Gemeinsam mit 137 weiteren Frauen und Mädchen lebt sie an der Herzogspitalstraße. Keiner von ihnen ist wohlhabend. Sie sind Studentinnen, Auzubildende, Praktikantinnen oder auch Schülerinnen. Zum Teil sind sie minderjährig.

Heimleiterin Simone Pointner (44) kann die Sorgen der Heimbewohner nur allzu gut nachvollziehen.

Noch steht nicht fest, wann genau saniert wird. „Im Moment wird noch die Finanzierung berechnet“, so Alfons Utz, Fachbereichsleiter Jugendwohnen der Caritas. „Dass immer noch kein genauer Zeitpunkt für den Start der Sanierung feststeht, ist für mich und die Bewohnerinnen natürlich auch schwierig. Da kann man kaum längerfristig planen“, klagt Heimleiterin Simone Pointner (44). Für die etwa zwei Jahre andauernde Sanierung braucht die Caritas Ersatzstandorte, sonst müssen die Heime geschlossen werden. „Es haben uns auch schon Mädchen abgesagt oder sind gegangen, weil nicht klar ist, wie es während der Sanierung für sie weitergeht.“

Dass die Wohnheime saniert werden müssen, steht außer Frage. „Das ist nicht mehr zeitgemäß hier“, sagt Irina Krahle (23). Sie macht eine Ausbildung zur Maßschneidermeisterin und lebt seit sechs Jahren im Heim an der Herzogspitalstraße. „Im Bad gibt es keine Waschbecken, an der Decke ist Schimmel, der Aufzug bleibt immer wieder stehen, Heizung und Lüftung müssen neu gemacht werden“, zählt sie auf. In ihrem Zimmer sei mittlerweile die Heizung repariert worden. Deshalb habe es jedoch für zwei Monate ein Loch in der Wand zum Nebenzimmer gegeben. „Trotzdem bin ich froh, hier zu sein. Denn ich kann mir sonst in München keine Wohnung leisten“, betont Krahle. 

Laura Felbinger

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