Schüler gehen auf die Straße

Jugendliche streiken, um ein Zeichen gegen Abschiebung zu setzen

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Mit Flyern, Schildern und Transparenten wollen die Schüler für Bildung für alle demonstrieren.

Maxvorstadt - „Am Freitag wollen wir auf Bildung verzichten, um aufzuzeigen, dass dieses Privileg eben nicht alle haben": Schüler gehen auf die Straße, um gegen Abschiebung zu protestieren

„Wir fordern das Ende von Abschiebungen und Bildung für alle, ohne Ausgrenzung und Diskriminierung“,sagt Toni Mahr.

„Sie schieben ab. Wir streiken!“ – So lautet das Motto eines bundesweiten Schülerstreiks, der diesen Freitag ab 11 Uhr stattfindet. In München versammeln sich Jugendliche aus verschiedenen Schulen am Geschwister-Scholl-Platz, um von dort aus durch die Innenstadt zu ziehen. „Wir werden an möglichst vielen Schulen vorbei laufen und hoffen, dass sich uns weitere Leute anschließen“, sagt Toni Mahr von der Jugendaktion Bildung statt Abschiebung (JABA).

Entstanden ist die Bewegung, nachdem im Mai letzten Jahres Polizeibeamte in einer Nürnberger Berufsschule versucht haben, einen Geflüchteten abzuschieben. Als der junge Mann aus Afghanistan von den Beamten direkt von der Schule abgeholt wurde, begannen die Schüler zu protestieren. Die Situation eskalierte, es gab Verletzte und letztlich wurde der junge Afghane nicht abgeschoben. Von Nürnberg aus haben Toni Mahr und weitere Münchner Schüler die Bewegung in die Landeshauptstadt gebracht. JABA Münchenexistiert nun seit etwa zwei Monaten.

„Am Freitag wollen wir auf Bildung verzichten, um aufzuzeigen, dass dieses Privileg eben nicht alle haben. Vielen wird es verweigert, nur weil sie keine deutsche Staatsbürgerschaft haben“, betont die Schülerin. „Wir fordern das Ende von Abschiebungen und Bildung für alle, ohne Ausgrenzung und Diskriminierung.“

„Wir finden es großartig, dass sich junge Menschen engagieren und positionieren“, so Matthias Weinzierl, Vorstandsmitglied des Wohn- und Kulturzentrums für Geflüchtete, Bellevue di Monaco.

Die Aktion hat bereits zahlreiche Unterstützer gefunden, wie die Fachschaft Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität, den Münchner Verein „Eine Schule für alle“, die Stadtschülerinnenvertretung sowie mehrere politische Organisationen und Parteien wie die Linksjugend, die Mut-Partei und die ÖDP. Auch das Wohn- und Kulturzentrum für Geflüchtete, Bellevue di Monaco, zählt zu den Helfern. „Den Abschiebungsversuch des Nürnberger Schülers letztes Jahr fanden wir unerträglich, deshalb unterstützen wir die Aktion gerne“, sagt Vorstandsmitglied Matthias Weinzierl. „Außerdem finden wir es großartig, dass sich da junge Menschen engagieren und positionieren.“

Für ihre Überzeugung brauchen die Jugendlichen Mut, denn wie das Referat für Bildung und Sport (RBS) mitteilt, haben Schüler kein Streikrecht. „Sollten Schüler unerlaubt dem Unterricht fernbleiben, liegt es im Ermessen der Schulleitung, geeignete Ordnungsmaßnamen zu ergreifen“, so Uli Lobinger vom RBS. Laura Felbinger

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