„Die Türkenstraße verliert ihr Gesicht“

Wie die Geschichte die Gegenwart retten soll

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Der Georg-Elser-Platz: Wegen geschichtsträchtiger Ereignisse und Bewohner wie Georg Elser will die SPD, dass die gesamte Türkenstraße unter Ensemble-Schutz gestellt wird.

Maxvorstadt –  Ihre zentrale Lage zieht Investoren an: Doch mit Luxussanierungen und Abriss könnte in der Türkenstraße bald Schluss sein – Denn die SPD im Bezirksausschuss fordert Ensemble-Schutz

Entlang der Türkenstraße werden immer wieder Häuser verkauft, abgerissen, luxussaniert. Die zentrale Lage zieht Investoren an. Die Straße befindet sich im stetigen Wandel – nicht gerade zum Guten, wie die SPD im Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt findet. 33 Objekte innerhalb der Türkenstraße sind bereits Baudenkmäler. In einem Antrag fordert die Fraktion nun, dass die gesamte Türkenstraße einen Ensemble-Denkmalschutz bekommt.

„Über die Idee wurde in unserer Fraktion schon länger gespochen. Vor kurzem kam dann ein besorgter Mieter auf uns zu, der meinte, das Haus, in dem er wohnt, sei inzwischen mehrfach verkauft worden“, berichtet Katharina Blepp (SPD). „Die Türkenstraße verliert ihr Gesicht.“ Zum einen ginge es bei dem Antrag um Mieterschutz – „ein denkmalgeschütztes Haus wirkt für Investoren weniger attraktiv“. Zum anderen verweist die Fraktion auf die facettenreiche Geschichte der Straße: Unter anderem lebte dort der Widerstandskämpfer Georg Elser. Nach ihm ist nun ein Platz an der Straße benannt. Im Wirtshaus Alter Simpl, Türkenstraße 57, gingen große Literaten wie Frank Wedekind und Joachim Ringelnatz ein und aus.

Die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss will den Antrag der SPD unterstützen. „Ich finde die Idee mutig“, sagt BA-Chef Christian Krimpmann (CSU). Ob die Türkenstraße tatsächlich komplett unter Ensemble-Schutz gestellt werden kann, ist jedoch fragwürdig. Dorothee Ott, Sprecherin des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, verweist auf die schwere Beschädigung vieler Gebäude im Zweiten Weltkrieg. In großen Bereichen der Straße seien die Gebäude nach dem Krieg neu errichtet worden. „Weder baulich noch geschichtlich lässt sich hier eine besondere Bedeutung erkennen, die eine Prüfung der Denkmaleigenschaft als Ensemble rechtfertigen könnte“, erklärt Ott.

Laura Felbinger

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