150 Jahre Künstlergenossenschaft

In den Fußstapfen von Ludwig II.

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„Die Freiheit führt das Volk“, „Der arme Poet“, „Max und Moritz“: Paul Martin Cambeis zitiert in seinem Gemälde vielfältige Kunstwerke.

Maxvorstadt - Zum 150. Geburtstag der Münchner Künstlergenossenschaft übernimmt Herzog Franz von Bayern die Schirmherrschaft. Hallo hat mit ihm gesprochen.

Herzog Franz von Bayern knüpft an eine alte Tradition an. 

Die älteste Vereinigung freischaffender Künstler in Bayern feiert Geburtstag. 150 Jahre wird sie alt, die Münchner Künstlergenossenschaft (MKG) und zelebriert dies mit einer besonderen Jubiläumsausstellung (siehe unten). Die Schirmherrschaft übernimmt Herzog Franz von Bayern, Oberhaupt des Hauses Wittelsbach. 

Damit knüpft er 100 Jahre später an eine alte Tradition an. Im Jahr 1868 hat König Ludwig II. die Münchner Künstlergenossenschaft „königlich privilegiert“, sie erhielt die Rechte einer juristischen Person. „Ab da übernahm bis zum Jahr 1918 immer ein Mitglied meiner Familie die Schirmherrschaft über die jährliche Ausstellung zeitgenössischer Künstler. Es gibt also eine gewisse Tradition“, sagt Herzog Franz von Bayern. 

„Es freut mich, dass die Jahresausstellung im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst, einem modernen Museumsbau, stattfindet und so moderne Kunst und antike Objekte aufeinander treffen werden.“ Bis vor drei Jahren war die Jahresausstellung der MKG im Haus der Kunst, aber wegen der dortigen Renovierungsarbeiten, stellen die Künstler nun im Museum Ägyptischer Kunst aus. 

Künstlervereinigung ist eine der ältesten in Europa

Der besondere Charme der MKG bestünde dem Herzog zufolge zum einen in der langen Tradition – „Sie ist eine der ältesten in Europa“, betont der 84-Jährige. Zum anderen definiere sie sich selbst „nicht als museales Gremium, sondern beansprucht alle modernen Entwicklungen in der Kunst, wie heute beispielsweise Digitalisierung und Internet zu fördern.“ 

Die MKG blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. 1900 eröffneten die Mitglieder das Künstlerhaus am Lenbachplatz. 1939 wurde die MKG aufgelöst und in die Reichskunstkammer integriert. 1949 wurde sie neugegründet. 

Heute hat die Vereinigung rund 120 Mitglieder, die in ganz Europa verstreut leben. Seit 2017 ist der Maler, Grafiker und Schauspieler Paul Martin Cambeis Präsident. „Eine Künstlerorganisation, die zwei Weltkriege überlebt hat, vereint viel mehr als sie trennt und sorgt somit für stetige Innovation“, sagt Cambeis. 
Laura Felbinger

Die Jubiläumsausstellung der MKG im Museum Ägyptischer Kunst

Zum ersten Mal stellen alle MKG-Mitglieder gemeinsam aus. Zusammen mit Absolventen der Kunstakademie und Gastausstellern zeigen sie 169 Kunstwerke – zeitgenössische Malerei, Grafik und Skulptur – vom 2. bis 25. Februar im Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst, Gabelsbergerstraße 35. Geöffnet ist dienstags von 10 bis 20 Uhr, und Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.

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