Geheime Gärten der Maxvorstadt

Ex-BA-Chef bringt Buch über Geschichte und Besonderheiten des Viertels heraus

Klaus Bäumler schreibt Bücher und hält sich auch gerne in deren Gegenwart auf – in der Bayerischen Staatsbibliothek.
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Klaus Bäumler schreibt Bücher und hält sich auch gerne in deren Gegenwart auf – in der Bayerischen Staatsbibliothek.
Der Alterssitz: Der heutige Finanzgarten gehörte früher einmal Abbé Pierre Salabert, dem früheren Staatsminister im Kurfürstentum Bayern. Salabert ließ sich als Alterssitz zwischen Hofgarten und Englischem Garten ein Palais errichten. Nachdem er einen Schlaganfall erlitten hatte, riet ihm ein Freund dazu, sich zur Erholung einen Garten anzulegen. Tatsächlich verbrachte Salabert viel Zeit in diesem und erholte sich gut von dem Schlaganfall.
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Der Alterssitz: Der heutige Finanzgarten gehörte früher einmal Abbé Pierre Salabert, dem früheren Staatsminister im Kurfürstentum Bayern. Salabert ließ sich als Alterssitz zwischen Hofgarten und Englischem Garten ein Palais errichten. Nachdem er einen Schlaganfall erlitten hatte, riet ihm ein Freund dazu, sich zur Erholung einen Garten anzulegen. Tatsächlich verbrachte Salabert viel Zeit in diesem und erholte sich gut von dem Schlaganfall.
Der Gestapo-Hof: Was heute nur noch eine kleine Grünanlage vor dem Eingang des Siemens-Gebäudes am Oskar-von-Miller-Ring ist, war früher einmal ein großer Park, der zum Wittelsbacher Palais, Ecke Brienner-/Türkenstraße, gehörte. Das Palais war der Alterswohnsitz von König Ludwig I. 1934 wurde der Park zum Hof des Gestapo-Gefängnisses. Auf die gruselige Geschichte des ehemaligen Parks verweist heute nicht einmal mehr ein kleines Schild.
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Der Gestapo-Hof: Was heute nur noch eine kleine Grünanlage vor dem Eingang des Siemens-Gebäudes am Oskar-von-Miller-Ring ist, war früher einmal ein großer Park, der zum Wittelsbacher Palais, Ecke Brienner-/Türkenstraße, gehörte. Das Palais war der Alterswohnsitz von König Ludwig I. 1934 wurde der Park zum Hof des Gestapo-Gefängnisses. Auf die gruselige Geschichte des ehemaligen Parks verweist heute nicht einmal mehr ein kleines Schild.
Das Versteck: Der frühere Damenstiftgarten diente während der revolutionären Ereignisse im Frühjahr 1848 im Zusammenhang mit der Affäre Lola Montez, der Schließung der Münchner Universität und der Abdankung von König Ludwig I als Versteck für die Mitglieder des sogenannten „Lola-Ministeriums“, die sich hier vor den aufgebrachten Bürgern schützten. Heute liegt er versteckt hinter dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, Ludwigstraße 23.
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Das Versteck: Der frühere Damenstiftgarten diente während der revolutionären Ereignisse im Frühjahr 1848 im Zusammenhang mit der Affäre Lola Montez, der Schließung der Münchner Universität und der Abdankung von König Ludwig I als Versteck für die Mitglieder des sogenannten „Lola-Ministeriums“, die sich hier vor den aufgebrachten Bürgern schützten. Heute liegt er versteckt hinter dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof, Ludwigstraße 23.

Maxvorstadt: 30 Jahre lang war Klaus Bäumler Vorsitzender des Bezirksausschusses (BA) Maxvorstadt.  Nun hat er in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)ein Buch über Geschichte und Gegenwart der Maxvorstadt herausgebracht.

30 Jahre lang war Klaus Bäumler Vorsitzender des Bezirksausschusses (BA) Maxvorstadt. 2008 legte er sein Amt nieder, doch auch nach seiner Zeit als BA-Chef sind seine Begeisterung und sein Engagement fürs Viertel groß. Nun hat er in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)ein Buch über Geschichte und Gegenwart der Maxvorstadt herausgebracht.

Wenn er über das Buch spricht, über „sein“ Viertel, dann funkeln seine Augen. „Die Recherche-Arbeit hat mir sehr großen Spaß gemacht“, sagt Bäumler. Er sitzt auf einem roten Sofa in der Bayerischen Staatsbibliothek. „Welcher Ort wäre besser geeignet, um über ein Buch zu sprechen?“, sagt er.

In dem Buch „Erkundungen der Maxvorstadt“ widmet er sich den Gärten seines Viertels. „An der Universität habe ich einen Vortrag über die Gärten der Maxvorstadt und deren Geschichte gehalten. Ich habe dieses Thema gewählt, weil es dazu nur ganz wenig gibt bisher – dabei war die Maxvorstadt früher eine Gartenvorstadt“, sagt Bäumler. Sein Vortag findet sich nun schön illustriert im Buch wieder. Zum Teil sind die Gärten heute gänzlich verschwunden oder versteckt. „Es geht um den historischen Bezug der Gärten. Deren Geschichte ist aber auch als Appell an die Gegenwart zu verstehen, dass sich die Bürger für die Erhaltung von Grünflächen einsetzen“, sagt Bäumler. Schon als BA-Chef sei ihm die Erhaltung von Grünflächen besonders am Herzen gelegen. Im Münchner Forum setzt er sich als Leiter des Arbeitskreises Öffentliches Grün auch heute noch dafür ein.

In „Erkundungen der Maxvorstadt“ sind neben Bäumlers Vortrag weitere Vorträge an der LMU zu „Topographie und Erinnerung“ des Stadtviertels abgedruckt. Die Initiative zur Vortragsreihe und dem Buch ging von Professor Waldemar Fromm von der LMU in Zusammenarbeit mit dem BA Maxvorstadt aus. Hallo zeigt hier eine kleine Auswahl der Gärten, deren spannende Geschichte Klaus Bäumler im Buch erzählt.
Laura Felbinger

Verlosung

Hallo verlost drei Exemplare „Erkundungen der Maxvorstadt“ (Volk Verlag; www.volkverlag.de). E-Mail an gewinn@hallo-muenchen.de oder Karte an die Redaktion (bis 24. Oktober). Stichwort: Gärten

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