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Eine Medaille für die gute Seele Schwabings

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Rosi Griesbacher erhält die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste.
Rosi Griesbacher erhält die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste. © laf

Schwabing - Rosi Griesbacher hat sich immer für andere eingesetzt – nun wird sie dafür ausgezeichnet

Rosi Griesbacher ist 81 Jahre alt und immer auf Achse. Sie kümmert sich um Flüchtlinge in der Bayernkaserne, organisiert Spenden, ist CSU-Mitglied im Bezirksausschuss Schwabing-Freimann, Jugendbeauftragte im deutsch-amerikanischen Frauenclub und im historischen Trachtenverein „Die schöne Münchnerin“ aktiv. „Soll ich auf meine alten Möbel daheim aufpassen?“, fragt Griesbacher und lacht. Sie könne gar nicht anders und hätte stets den Drang, anderen zu helfen. 

Nun steht fest: Am 15. Juni verleiht Staatsministerin Emilia Müller Rosi Griesbacher im Max-Joseph-Saal der Residenz München die Bayerische Staatsmedaille für soziale Verdienste. „Vielleicht bekomme ich die Medaille, weil ich so ein Helfersyndrom habe“, sagt Griesbacher. Ihre Kindheit verbrachte sie als Vollwaise. Sie lebte zwischen Trümmern im Krieg und wuchs bei Nonnen auf. „Die körperlichen Schläge waren nicht so schlimm wie die seelischen“, erinnert sich die 81-Jährige an eine harte Zeit. „Ich war schon immer sehr gerade heraus, war ehrlich und habe gesagt, was ich denke. Das hat den Nonnen oft nicht gepasst.“ Von klein auf lernte Griesbacher, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein. „Wir waren alle arm. Man musste sich gegenseitig helfen“, sagt die Schwabingerin. „Man musste Dinge weitergeben, reparieren, durfte nichts wegwerfen.“ 

2014 hat sie ein Projekt gestartet, um Flüchtlingen zu helfen

Griesbacher weiß, wie es ist, nichts zu haben und ums Überleben zu kämpfen. Deshalb hat sie 2014 ein Projekt gestartet, um Flüchtlingen, die in der ehemaligen Bayernkaserne untergebracht sind, zu helfen. Karl-Peter Rank vom Kommunalreferat, verantwortlich für den städtischen Teil der Flüchtlingsunterkunft, hat ihr die leerstehende Halle 14 in der ehemaligen Bayernkaserne dafür anvertraut. Seitdem kümmert sich Griesbacher mit ihrer Kleider- und Sachspendenkammer in der „Halle 14“ um Menschen, denen der Krieg oft alles genommen hat. Sie organisiert Kleidung, Spielsachen für die Kinder, Hygieneartikel – alles Spenden, von denen Griesbacher etwa 90 Prozent selbst besorgt. Noch bis Ende des Jahres gibt es das Aufnahmelager für Geflüchtete. Dann sollen auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne 4000 neue Wohnungen entstehen. 

Rosi Griesbacher wird eine neue Aufgabe finden. „Freunde und Familienmitglieder sagen mir manchmal, ich soll mich schonen, aber was soll ich sagen, ich liebe das Leben, ich will etwas tun“, betont sie. Ob es auch mal schwer ist, sich so viel um andere zu kümmern? „Manchmal bekommt man kein ‚Danke‘ und das schmerzt dann“, bedauert Griesbacher. Manche würden ihr Engagement als selbstverständlich erachten. „Über die Medaille freue ich mich umso mehr“, betont die 81-Jährige.laf

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