Hier kommt die Flut

Dramatische Fälle in der Maxvorstadt: Grundwasserspiegel steigt stetig an

Werner Stadler (Foto) in seinem Keller an der Schellingstraße. In den letzten Jahren kam es öfter vor, dass das Grundwasser die Metallplatte im Keller angehoben und die Räume geflutet hat.
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Werner Stadler (Foto) in seinem Keller an der Schellingstraße. In den letzten Jahren kam es öfter vor, dass das Grundwasser die Metallplatte im Keller angehoben und die Räume geflutet hat.
Werner Stadler (Foto) in seinem Keller an der Schellingstraße. In den letzten Jahren kam es öfter vor, dass das Grundwasser die Metallplatte im Keller angehoben und die Räume geflutet hat.
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Werner Stadler (Foto) in seinem Keller an der Schellingstraße. In den letzten Jahren kam es öfter vor, dass das Grundwasser die Metallplatte im Keller angehoben und die Räume geflutet hat.
Werner Stadler (Foto) in seinem Keller an der Schellingstraße. In den letzten Jahren kam es öfter vor, dass das Grundwasser die Metallplatte im Keller angehoben und die Räume geflutet hat.
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Werner Stadler (Foto) in seinem Keller an der Schellingstraße. In den letzten Jahren kam es öfter vor, dass das Grundwasser die Metallplatte im Keller angehoben und die Räume geflutet hat.
In den Räumen staute sich Grundwasser und verursachte enorme Wasserschäden.
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In den Räumen staute sich Grundwasser und verursachte enorme Wasserschäden.
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In den Räumen staute sich Grundwasser und verursachte enorme Wasserschäden.
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In den Räumen staute sich Grundwasser und verursachte enorme Wasserschäden.
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In den Räumen staute sich Grundwasser und verursachte enorme Wasserschäden.

Maxvorstadt: „Wenn es stark regnet, steht mein Keller unter Wasser“, klagt Werner Stadler aus der Maxvorstadt. Und er ist bei weitem nicht der Einzige, dem es aktuell nass nei geht.

Eine Flut an Beschwerden erreicht derzeit den Bezirks­ausschuss Maxvorstadt. Der Grund: feuchte Keller, Schimmel. Als Anlass sehen die Lokalpolitiker den starken Anstieg des Grundwasserspiegels in München. Nun wollen sie vom Referat für Gesundheit und Umwelt wissen, welche Ursachen das steigende Grundwasser haben könnte. Das Referat hat eine großangelegte Studie in Auftrag gegeben. Doch bis es Resultate gibt, wird es noch dauern.

Immer mehr Keller unter Wasser

Einigen Bürgern reißt langsam der Geduldsfaden: „Immer wenn es stark regnet, steht mein Keller unter Wasser“, sagt Werner Stadler (SPD), Mitglied des Bezirks­ausschusses (BA) Maxvorstadt. „Mitarbeiter der Stadtwerke, die deshalb da waren, meinten, es wäre Grundwasser, welches da hochdrückt – und das mit einer solchen Kraft, dass es die Metallplatte im Keller anhebt.“ Stadler selbst könne die schwere Platte, unter der sich der Zugang zum Abwassersystem befindet, nicht bewegen.

Sein Keller in der Schelling­straße ist kein Einzelfall. „Wir haben seit vielen Jahren immer wieder Probleme mit eindringendem Grundwasser“, sagt Dr. Alexander Krause, Kanzler der Hochschule für Musik und Theater in der Arcisstraße. „Im letzten Sommer hat eindringende Feuchtigkeit zum Beispiel dazu geführt, dass Teile unseres Archivs verschimmelt sind.“ Auch das Zwillingsgebäude der Musikhochschule an der Katharina-von-Bora-Straße 10 musste saniert und trockengelegt werden. Dafür beklagen sich nun die Nachbarn in der Katharina-von-Bora-Straße 8a. „Seit der Keller des Gebäudes nebenan saniert ist, etwa seit Mitte des letzten Jahres, dringt bei uns mehr Wasser ein als zuvor“, sagt Christian Miehling von den Stadtwerken, denen der Bau gehört.

Schimmel in Kellergewölben strapazieren die Bewohner

Auch im Westen der Maxvorstadt gibt es Probleme. Mehrere Anwohner klagen über Schimmel in den Kellern. „Am Fall der Pappenheimstraße sieht man, dass die Hausbesitzer umfangreich sanieren müssen, weil Einzelne immer mehr Baukörper ins Grundwasser stellen und damit zur Veränderung der Grundwasserströme und dem Anstieg des Grundwassers beitragen“, vermutet Ruth Gehling (Grüne). In der jüngsten BA-Sitzung hat Gehlings Fraktion eine Anfrage gestellt, wie sich die zunehmende Bebauung des Untergrundes durch Keller, Tiefgaragen und öffentliche Infrastruktureinrichtungen auf die Grundwasserverhältnisse im Viertel auswirken würden. Der BA beschloss beim RGU nach dem Stand einer aktuellen Studie nachzuhaken.

In Zusammenarbeit mit der Technischen Universität (TU) München werden derzeit etwa 2000 Grundwassermessstellen detailliert statistisch ausgewertet (siehe Interview). Als Ursachen können sich die Wissenschaftler klimatische Entwicklungen sowie die Verdichtung der Bebauung durch Keller und Tiefgaragen, Tunnelröhren, Ab- und Regenwasserkanäle vorstellen. Mit anderen Worten: Dem Grundwasser geht der Platz aus. L. Felbinger

Bauherren müssen sich absichern

In München steigt das Grundwasser seit Jahren stark an. Wo der Grundwasserspiegel am höchsten ist und welche Konsequenzen sich aus dem Anstieg ergeben, erklärt Umweltreferentin Stephanie Jacobs im Interview.

Frau Jacobs, seit wann steigt in München das Grundwasser merklich an?

Ausgewertet wurden und werden Daten von Grundwassermessstellen ab dem Jahr 1980. Dabei konnte festgestellt werden, dass es bei vielen Messstellen einen Anstieg zwischen den 1990er-Werten und den 2000er-Werten gab. Der Anstieg reicht von wenigen Zentimetern bis über einen Meter.

Wo in München ist das Grundwasser am höchsten?

Der Abstand des Grundwasserspiegels zur Geländeoberkante, der sogenannte Flurabstand, schwankt entsprechend der geologischen Gegebenheiten. Generell nehmen die Flurabstände von Süden nach Norden in der Münchner Schotterebene ab. Die größten Abstände von mehr als 20 Metern sind daher im südlichen Stadtgebiet zu finden. Im Norden Münchens erreichen die Flurabstände Werte von teilweise unter zwei Metern.

Was sind die Konsequenzen?

Ein steigender Grundwasserspiegel kann zu einer Zunahme von Bauwerks- und Kellervernässungen nicht nur im Hochwasserfall führen.

Was unternimmt die Stadt?

Wir haben derzeit eine wissenschaftliche Untersuchung bei der TU München in Auftrag gegeben. Es müssen erst mal die Ergebnisse aus der Ursachenanalyse vorliegen, um eventuelle Maßnahmen aufgreifen zu können. Es ist auch vorstellbar, dass mehrere Ursachen für einen steigenden Grundwasserspiegel verantwortlich sein können. Grundsätzlich gilt: Die Bauherren müssen sich eigenverantwortlich absichern.

laf

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