Streitfrage im örtlichen Bezirksausschuss

Neuer Radstreifen auf der Nymphenburger Straße?

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Der Radweg an der Nymphenburger Straße ist hochfrequentiert. Bei den Viertelpolitikern besteht daher die Überlegung, auf der Straße zusätzlich Radstreifen abzumarkieren.

Maxvorstadt – Der Radweg an der Nymphenburger Straße ist mehr als nur ein bisschen ausgelastet – Daher die Streitfrage: Soll eine Fahrspur für einen Fahrradstreifen weichen?

Die Route entlang der Nymphenburger Straße ist eine beliebte Radstrecke. Dass die schmalen Radwege für den steigenden Bedarf nicht ausreichen, darüber sind sich die meisten Lokalpolitiker einig. Die Frage, wie sich dieses Problem lösen lässt, sorgt jedoch für Streit. Der Nachbar-Bezirksausschuss (BA) Neuhausen-Nymphenburg fordert nämlich, dass die Nymphenburger Straße zwischen Stiglmaierplatz und Landshuter Allee zusätzlich zum Radweg beidseitig einen geschützten Radstreifen auf der Fahrbahn erhält. Der Radstreifen soll 1,5 Meter breit sein, rot abmarkiert werden und 50 Zentimeter Sicherheitsabstand zu den parkenden Fahrzeugen gewähren. Im Bereich der Kreuzungen müssen Parkplätze zugunsten von Abbiegespuren entfallen. Der vorhandene Radweg soll zum Fußweg werden, den aber auch langsam fahrende Radler nutzen dürfen.

Die Grünen-Fraktion im BA Maxvorstadt will sich dieser Forderung voll umfänglich anschließen. Nicht so die SPD: Die Fraktion will zunächst einige Fragen geklärt haben, etwa wie sich das Verkehrsaufkommen entwickelt hat und ob die Sicherheit der Radler bei den neuen Radstreifen gewährleistet wird. „Man kann dort keinen Radstreifen anordnen, wenn die Straße zu eng ist“, sagte Mathias Popp (SPD) in der Sitzung. Martha Hipp (Grüne) bezeichnete den Antrag der SPD als „Verzögerungstaktik“. Richard Weiss (Grüne) sprach von „kleinkarierten Formenkompromissen“ und forderte seine Kollegen auf: „Wir müssen auch an die Generation von Morgen denken. SPD, ihr wart mal progressiv!“ Der Antragsteller Felix Lang (SPD) warf ein: „Den Vorwurf der Bremserei kann ich so nicht hinnehmen. Wir wollen ja auch, dass da etwas vorangeht.“ Letztlich stimmte der Bezirks­ausschuss mehrheitlich für den SPD-Antrag.

Dass sich an der Nymphenburger Straße etwas ändern muss, glaubt auch das Kreisverwaltungsreferat. „Wir wissen, dass die Radwege dort an ihre Kapazitätsgrenzen kommen. Ein zurätzlicher Fahrradschutzstreifen ist hier nach der Straßenverkehrsordnung und den Regelwerken aber nicht anwendbar“, sagt Sprecher Johannes Mayer. „Auch gibt es für Radfahrstreifen noch keine Lösung für den Kreuzungsbereich Landshuter Allee und Nymphenburger Straße sowie den Streckenabschnitt Landshuter Allee bis Rotkreuzplatz, die leistungsfähig unter Wegnahme von Fahrspuren zu betreiben ist.“

Von seiten des Planungsreferates heißt es: „Derzeit wird seitens der Verwaltung auch ein weiterer Stadtratsbeschluss zur Ertüchtigung der Parallelroute Blutenburg-/Karlstraße vorbereitet. Von dieser Maßnahme erwartet sich die Verwaltung eine verkehrliche Entspannung auf den Radwegen in der Nymphenburger Straße.“

Laura Felbinger

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