Abriss geplant

Schwabinger Podium vor dem Aus

Eine Institution seit mehr als 30 Jahren: das Schwabinger Podium. Es bietet gerade jungen Bands und Nachwuchsmusikern eine Bühne.

MÜNCHEN Das Gebäude an der Wagnerstraße ist verkauft. Der neue Besitzer plant offenbar den Abriss der Kneipe.

Seit über 30 Jahren gibt es das Schwabinger Podium im Herzen von Alt-Schwabing. Seit über 30 Jahren gilt die Kult-Kneipe als Szenetreff für Fans von Live-Musik. Doch damit soll wohl bald Schluss sein. Das Gebäude ist verkauft. „Dem Vernehmen nach plant der neue Eigentümer den Abriss“, sagt Werner Lederer- Piloty (Foto), Vorsitzender des Schwabinger Bezirksausschusses. Fällt der Vorhang fürs Podium?

Lederer-Piloty zumindest geht fest davon aus. Es gibt noch keinen Bauantrag, demnach auch nochkeinen zeitlichen Rahmen. Der neue Besitzer habe sich aber bereits entsprechend gegenüber den Pächtern des Podiums geäußert. „Das bedeutet mit Sicherheit das Aus für das Podium“, sagt Lederer-Piloty. „Ein Jammer.“ Das Podium ist neben dem Alfonso's die letzte Live-Musik-Kneipe in Schwabing. Es ist eine Anlaufstelle für junge Bands und Nachwuchsmusiker, um sich zu präsentieren. „Das war die Grundidee“, sagt Matthias Hoerburger von der Gruppe Midlife Crisis, die bis heute regelmäßig an der Wagnerstraße auftritt. Die Rocker haben auch mal klein angefangen – im Podium. Das war 1981. „In den 80ern und 90ern hatten wir fast immer volles Haus. Um 22 Uhr mussten die die Tür zusperren, weil niemand mehr reinpasste“, sagt Hoerburger. „Ich bin zutiefst traurig. Das ist in etwa so, wie wenn man ein Denkmal abreißt.“

Noch nicht ganz: Der Bezirksausschuss hat auf Initiative der Grünen aber zumindest beantragt, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen. BA-Chef Lederer-Piloty rechnete sich dafür zwar wenig Chancen aus. „Probieren kann man es.“ Am Montag nun kam die Absage: Das Gebäude erfüllt die Voraussetzungen nicht.

Dass der neue Besitzer nach dem Neubau erneut eine Kneipe im Keller einrichtet, ist ebenso unwahrscheinlich. „Das ist Schwabinger Bestlage. Der verkauft oder vermietet Wohnungen“, sagt Lederer-Piloty. „Da ist es besser, wenn im Keller keine Kneipe ist.“

Der Sohn der jetzigen Pächter sei bereits auf der Suche nach einem neuen Domizil. Aber das sei schwierig in Schwabing, sagt Lederer-Piloty. Er verspricht zu helfen. „Ich werde mit dem neuen Eigentümer sprechen, ob man den Pächtern eine Karenzzeit einräumen kann, bis die etwas Neues gefunden haben.“ Sascha Karowski

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