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Parkstadt ohne Parkplätze

Wohin mit den Autos? – Anwohner fordern kreative Lösungen

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Anwohner Ulrich Kniehase ärgert sich über zu wenig Parkplätze in der Parkstadt.

Schwabing – Der erbitterte Kampf um Stellplätze: Weil es so nicht weitergehen kann, haben Anwohner im BA jetzt gegen die Bevorzugung von Unternehmen protestiert – Hallo schildert die Lage

Es ist ein Pilotprojekt, die modernsten Mobilitätskonzepte werden in der Parkstadt Schwabing getestet – von Extra-Parkplätzen für Car Sharing, Elektroauto-Ladestationen bis zu elektrischen Lastenfahrrädern. Was fehlt: klassische Parkplätze. Um die ist nun scheinbar ein Kampf zwischen den Anwohnern und den zahlreichen dort ansässigen Unternehmen entbrannt. 

Ihren Frust darüber brachten Anwohner wie Oliver Ayoub und Ulrich Kniehase in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Schwabing-Freimann zum Ausdruck. Sie kamen wegen eines anonymen Schreibens in den Hauseingängen. Darin stand – fälschlicherweise –, dass in dieser Sitzung diskutiert werde, ob das Parken im Viertel für alle kostenpflichtig werden würde. 

Tatsächlich hatte eine Stadtrats-Beschlussvorlage im Oktober 2018 vorgesehen, für diverse Parkplätze zwischen 9 und 18 Uhr Gebühren einzuführen – auch für Anwohner. Diese wurde allerdings vertagt. Es gebe noch Abstimmungsbedarf mit den dort ansässigen Gewerbetreibenden, hieß es laut Medienberichten damals aus Reihen der CSU.

Die Rücksichtnahme auf die großen Firmen vor Ort ist es aber gerade, was Anwohnern missfällt. Ein Sprecher der Unternehmen hat sich bis Redaktionsschluss zur Parkplatz-Problematik nicht geäußert.

Anfang Februar habe dazu ein runder Tisch mit Vertretern des Stadtrats, des Bezirksausschusses, der Bewohnerschaft, der Firmen und der städtischen Verwaltung getagt, berichtet Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferats. Dabei sollten die Akzeptanz für Maßnahmen bei allen Beteiligten gesteigert und Lösungsvorschläge für die Parkstadt Schwabing gefunden werden. „Nun arbeiten sowohl die Unternehmen als auch die städtische Verwaltung an Lösungen. Sobald diese vorliegen wird ein weiterer runder Tisch stattfinden“, erklärt Trömer.

BA-Mitglied Ekkehard Pascoe (Grüne) war beim ersten runden Tisch dabei: „Auf 3000 Anwohner kommen 20 000 Arbeitnehmer. Auch die Unternehmen haben ein Parkplatzproblem, denen laufen Mitarbeiter deswegen weg. Meiner Meinung nach wurde zu hoch gebaut.“ Er könnte sich eine Zählung und gerechtere Neuverteilung der Parkplätze vorstellen.

Die Anwohner fordern den Bau von Tiefgaragen, einem zentralen Parkhaus oder kreative Lösungen wie eine Seilbahn von der Alten Heide über die Parkstadt zur Studentenstadt.

Trömer erklärt, dass nach Stellplatzsatzung genug Anwohnerparkplätze errichtet worden seien. Zur Neubebauung der Flächen an der Anni-Albers-Straße, der Lyonel-Feininger-Straße und der Herbert-Bayer-Straße sei die Errichtung neuer Privatparkplätze vorgesehen. „Für die Einrichtung zusätzlicher öffentlicher Stellplätze stehen keine Flächen zur Verfügung“, so Trömer.

Daniel Schubert

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