Die Rückkehr der Turmschreiber

Literatenvereinigung zieht es an den Ort ihrer Gründung – Lesungen im Isartor

München Es könnte ein „Comeback“ im doppelten Sinne werden: Eine Rückkehr an den Ort der Gründung und ein spektakulärer Neuanfang für die Münchner Turmschreiber. Im Turmstüberl des Isartors, wo die renommierte Literatenvereinigung 1959 ihren Anfang nahm, plant das Präsidium eine neue Veranstaltungsreihe. „Wir denken an thematische Lesungen wie beispielsweise Gruselgeschichten zu Mitternacht“, erklärt Norbert Göttler, der mit Alfons Schweiggert und Erich Jooß 2000 die Nachfolge von Kurt Wilhelm an der Turmschreiber-Spitze antrat. Eines von vielen Konzepten, mit denen sich die Turmschreiber nach einem turbulenten 2010, das im Ausschluss von Heimatdichter Helmut Zöpfl seinen traurigen Höhepunkt fand (Hallo berichtete), neu aufstellen wollen. Auch eine Wiederbelebung der Reihe „Monacissimo“, die Lesungen an ungewöhnlichen Orten wie Friedhof, Gefängnis oder Tram bietet, ist vorgesehen. Den frischen Anfang begleitet jetzt die Agentur von Christian Hartmann, der im Januar die Veranstaltungen planen wird. „Seit unsere PR-Frau Christine Borst 2008 Bürgermeisterin von Krailling wurde, hatten wir niemanden mehr, der unsere Veranstaltungen professionell bewirbt – wir arbeiten ja alle ehrenamtlich“, so Schweiggert. Vielleicht einer der Gründe, warum die Veranstaltungen nicht mehr so gut besucht sind wie zur Blütezeit unter Kurt Wilhelm. „Wir füllen jetzt keine Säle mehr mit 500 Leuten, aber das liegt auch an der Zeit: Bavarica ist nicht mehr so gefragt wie damals“, meint Schweiggert. „Doch wir wollen lieber kleinere und dafür qualitativ hochwertige Lesungen machen – nicht nur humoristische.“ Natürlich gibt es wieder drei traditionelle Faschingslesungen – am 20. und 27. Februar sowie am 6. März um 15 Uhr im Theaterzelt „Das Schloss“. Ansonsten wollen die Turmschreiber mehr literarische und regionale Vielfalt bieten. Zu den neuen Mitgliedern zählen neben Romanautoren auch Journalisten, Dramatiker, Drehbuchautoren, Historiker und Journalisten. 2010 wurden Friedrich Ani und Konstantin Wecker in die Vereinigung berufen. Große Namen, die für eine neue Generation an Turmschreibern stehen sollen. Maren Kowitz Das sind die Turmschreiber 1959 gründete Hanns Vogel die bekannte Autorenvereinigung im Valentinstüberl im Isartor, um die bayerischer Literatur zu pflegen. Nach dem Gründungsort nannten sie sich „Turmschreiber“. 1979 übernahm Kurt Wilhelm die Leitung. Seit 2000 nehmen die Turmschreiber auch Frauen auf. Zu den aktuell rund 50 Mitgliedern zählen Tanja Kinkel, Christian Springer, Maria Peschek und Willy Purucker.

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