1. hallo-muenchen-de
  2. München
  3. München Mitte

Der Sheriff von Schwabing

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

Frank Erhardt-Gudra arbeitet im Auftrag der Schwabinger Polizei. Eingesetzt wird er da, wo das Sicherheitsgefühl gestärkt werden soll. Seine Mission: Schwabing noch ein bisschen sicherer zu machen.

Der 43-Jährige ist einer von rund 30 Sicherheitswachtlern, die derzeit münchenweit im Einsatz sind - hauptsächlich in Parks, nahe großer Wohnblocks oder auf Spielplätzen, die gerne mal von Fixern zweckentfremdet werden. Bürger, welche die Polizei ehrenamtlich unterstützen, gibt es bereits seit Mitte der 90er-Jahre. Weil es sich dabei um ein Erfolgskonzept handele, soll es jetzt weiter ausgebaut werden (siehe Interview unten) – derzeit sind die Beamten verstärkt auf der Suche nach Interessierten.

„Unsere Präsenz soll das Sicherheitsempfinden der anderen Bürger stärken“, sagt der Dachauer. „Ich bekomme Infos von der Polizei, wo ich besonders schauen könnte – etwa weil sich Bürger beschwert haben.“ Früher war Erhardt-Gudra bei der Feuerwehr – „ich wollte unbedingt wieder ehrenamtlich helfen.“

Auf der Polizei-Homepage ist er auf die Sicherheitswacht gestoßen. Nach einer Bewerbung, einem Auswahlverfahren und einer 40-stündigen Ausbildung drehte er erstmals seine Runden durch Schwabing – für eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde.

Um erkannt zu werden, hat er eine Jacke mit dem Schriftzug Sicherheitswacht (Foto), dazu trägt er ein Ärmelabzeichen und einen Dienstausweis. „Damit die Bürger wissen, wen sie bei Problemen ansprechen können.“ Sollte Erhardt-Gudra selbst in Probleme geraten, hat er ein Pfefferspray bei sich. „Zur Eigensicherung“, wie der Dachauer betont. Zudem trägt er ein Diensthandy, mit dem er jederzeit die Polizei rufen kann.

So patroulliert er seit mittlerweile drei Jahren durch Schwabing – Pfefferspray oder Handy kamen aber noch nie zum Einsatz. „Gott sei Dank ist noch nichts Brenzliges passiert“, sagt der 43-Jährige. Seine bisherigen Einsätze: Diskussionen mit Hundehaltern, deren Tiere ihre Notdurft in einem Park verrichteten, oder Falschparker. „Oft sprechen mich auch Menschen auf der Straße an, um sich mit mir zu unterhalten oder mich nach dem Weg zu fragen.“

Auch wenn Erhard-Gudra noch keinen Ganoven dingfest gemacht hat, und auch wenn es Kritik an der Tätigkeit gibt (siehe Kasten rechts) – sein Ehrenamt sieht er als wichtig an: „Ich denke schon, dass meine Präsenz die gefühlte Sicherheit erhöht. Aber man ist kein Hilfspolizist, das muss man sich immer vor Augen halten.“ Robert Feiner

Hallo München-Interview:

Möchtegern-Polizisten? Nein danke! Die Polizei sucht für die Sicherheitswacht niemanden, der sich mit dem Posten profilieren will, sagt Korbinian Schmid (30) vom Polizeipräsidium München, Abteilung Einsatz. Wie sie das verhindern möchte, was sie stattdessen sucht, erklärt der zuständige Beamte für die Sicherheitswacht in Hallo München.

Auch interessant

Kommentare