Klappt die Spiegel-Aktion diesmal?

Planer des Englischen-Garten-Tunnels wagen neuen Anlauf fürInstallation am Odeonsplatz

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Autos, wohin das Auge schaut: Diese Illusion will ein riesiger Spiegel am Odeonsplatz erzeugen – er soll zum Nachdenken über die Folgen einer rücksichtslosen Straßenbaupolitik anregen. Hinter dem Projekt steckt das Architektenpaar Hermann Grub und Petra Lejeune.

Die Ludwigstraße als Stadtautobahn, die Fußgängerzone zwischen Odeonsplatz und Marienplatz für den Verkehr plattgemacht: Das ist das Szenario, das ein riesiger Spiegel an der Feldherrnhalle den Münchern vor Augen führen will.

Eine Illusion freilich, schließlich ist für Autos vor dem Odeonsplatz Schluss. Doch das Architektenpaar Hermann Grub und Petra Lejeune, Initiatoren des Tunnels durch den Englischen Garten, wollen mit der Kunstaktion einen Denkanstoß liefern: Was wäre, wenn der Verkehr das Münchner Stadtbild weiter verdrängt?

Die Idee der beiden Aktivisten ist nicht neu: Schon 2012 wollten Grub und Lejeune die Spiegel-Installation an gleicher Stelle durchführen. Doch die Stadt genehmigte die Aktion nicht – zu gefährlich, hieß es damals aus dem Kreisverwaltungsreferat. Der Spiegel könnte die Sonne reflektieren und Autofahrer blenden, nachts könnte dies durch Autoscheinwerfer geschehen.

Für den zweiten Anlauf steht die Entscheidung der Behörde noch aus. „Wir halten die Aktion grundsätzlich für genehmigungsfähig, vorbehaltlich einiger Auflagen zur Verkehrssicherheit und zur Minimierung der Blendwirkung nachts“, sagt Sprecher Johannes Mayer. Weil der Odeonsplatz ein beliebter Veranstaltungsort sei, müsse auch ein geeignetes Zeitfenster gefunden werden.

Die Initiatoren würden den neun Meter hohen und 20 Meter breiten Spiegel gerne im Mai aufstellen. Er soll übrigens nicht nur Kunstobjekt und Denkanstoß sein: Der Spiegel wird in 300 Segmente aufgeteilt, die gegen eine Spende gekauft werden können. Das Geld fließt in den Tunnelbau durch den Englischen Garten. Den unterstützen zwar Freistaat und Stadt – 35 Millionen Euro kommen allein von der Staatsregierung –, doch notwendig sind auch Sponsorengelder und Spenden.

Der Englische Garten wurde in den 60ern durch den Mittleren Ring in zwei Teile geteilt – eine straßenbauliche Sünde, wie Grub und Lejeune finden.
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