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Neues Pilotprojekt im Kampf gegen Aids

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Jan Geiger ist Projektleiter für HIV-Prävention des Subs.
Jan Geiger ist Projektleiter für HIV-Prävention des Subs. © kn

München - „Wir haben uns gefragt, wie wir die erreichen können, die sich testen lassen sollten, aber es bisher nicht tun“, erklärt Jan Geiger, Projektleiter für HIV-Prävention des Subs

568 Neu-Infizierungen allein in Bayern: Diese Zahl an HIV-Positiven verzeichnete das Robert-Koch-Institut für das Jahr 2016. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Für das Pilotprojekt SAM, ein Heimtest auf HIV und sexuell übertragbare Krankheiten, hat das Münchner Schwulenzentrum Sub eine Videokampagne gestartet. 

„Wir haben uns gefragt, wie wir die erreichen können, die sich testen lassen sollten, aber es bisher nicht tun“, erklärt Jan Geiger, Projektleiter für HIV-Prävention des Subs. In vier Videos wird erklärt, wie das Testverfahren abläuft (hier geht's zur Kampagne). Vorbild war England, wo es den Test seit vier Jahren gibt. Jetzt wird bis Oktober 2019 getestet, ob SAM zukünftig in ganz Deutschland angeboten werden soll. „In München wird viel getestet und die Neu-Infektionen sind stabil, aber gehen nicht zurück“, ordnet Geiger die aktuelle Lage ein.

Bevor man sich zuhause testen lassen kann, muss man sich auf der Internetseite (samtest.de) registrieren und wird zum Beratungsgespräch zum Sub oder zur Aids-Hilfe eingeladen. Dort wird ein realistisches Bild der Infektionskrankheiten gezeichnet. „Aids ist heute kein Todesurteil mehr.“ Die Krankheit solle auch ihr Stigma verlieren. Das Ergebnis bekommt man diskret per SMS mitgeteilt. Das erste Testset kostet 32 Euro, die folgenden 29 Euro. „Mindestens ein Mal pro Jahr sollten man sich testen lassen, je nachdem wie viele Sexualpartner man hat und wie riskant der Sex ist.“ Die Tests kann man sich im Abo schicken lassen, wahlweise alle drei, sechs oder zwölf Monate.

Das Ziel „90-90-90“ wurde von der UNAIDS, dem Programm der Vereinten Nationen gegen HIV und Aids, ausgegeben. Bis 2020 sollen 90 Prozent der Infizierten wissen, dass sie HIV-positiv sind. Wiederum davon sollen 90 Prozent Zugang zu Medikamenten haben – und davon 90 Prozent dank der Behandlung eine Viruslast unter der Nachweisgrenze haben. SAM setzt bei den ersten 90 Prozent an. „Hauptbetroffene sind Schwule und bisexuelle Männer.“ Aber der Test ist auch für heterosexuelle Männer und für Frauen, denn „sexuell übertragbare Krankheiten sind generell im Kommen“. 

Sabina Kläsener

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