Die Narrhalla ehrt Oberbürgermeister Dieter Reiter (58)

Dieser Orden freut ihn narrisch

+
Kann auch über sich selbst lachen: Dieter Reiter beim Tanz der Marktfrauen am Faschingsdienstag 2016.

Über diese Auszeichnung freut sich Dieter Reiter (Foto) narrisch. Die Narrhalla verleiht ihm den Valentin-Orden für die humorvollste Bemerkung des Jahres. Wieso man als OB zum Kabarettist wird und wieviel Karl Valentin in ihm steckt, verrät der 58-Jährige im Interview.

Herr Reiter, freuen Sie sich auf den Valentin-Orden, den die Narrhalla jeden Fasching für die humorvollste Bemerkung an illustre Persönlichkeiten vergibt?

Der Karl-Valentin-Orden ist etwas Besonderes. Karl Valentin ist das Äquivalent für einen Münchner mit einem hintergründigen Humor, der nicht alles so ernst nehmen muss. Es ist ein wesentliches Kriterium meiner Persönlichkeit, dass ich versuche – bei allem Ehrgeiz und bei allem, was ich versuche gut zu machen – mir meinen Humor zu bewahren.

Haben Sie ein Lieblingszitat von Karl Valentin?

Ich benutze viele Zitate von ihm gerne. Was in der Politik aber immer wieder passt: „Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“

Erinnern Sie sich an die Situation, die die Narrhalla als Grund für den Orden nennt?

Der MVV-Chef behauptete über den MVV-Tarif, dass dieser keine Verbesserung bräuchte, weil er leicht zu durchschauen wäre. Und da sagt mir meine Lebenserfahrung und die Kontakte zu den Münchner Bürgern, dass das wohl eher nicht der Fall ist. Deswegen erwiderte ich: „Ein Warzenschweinvater findet sein Kind auch schön, aber er ist mit dieser Meinung wohl auch relativ allein.“

Sie sind Nachfolger eines „Kabarettisten, der nebenbei eine Stadt regierte“. Setzt sie das manchmal unter Druck?

Christian Ude hat unbestritten hohe Fähigkeiten auf diesem Gebiet. Ich habe ihn immer sehr bewundert, dass er seine Ader so ausleben konnte in diesem zeitintensiven Job. Aber jetzt kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Das Amt des Oberbürgermeisters bietet viele Gelegenheiten, über die man sich kabarettistisch äußern kann und muss. Die Skurrilitäten, die einem tagtäglich begegnen, werde ich nach meiner Amtszeit schriftlich festhalten.

Seinen Laudator darf sich der Preisträger selbst aussuchen – wieso haben Sie für die Verleihung am 28. Januar Christian Springer gewählt?

Weil ich ihn seit vielen Jahren gut kenne, seine Arbeit und sein ehrenamtliches Engagement in Syrien sehr schätze. Und weil ich sicher bin, dass das keine platte Lobeshymne werden wird, sondern spannend – mit Augenzwinkern und dem nötigen Biss. Das gehört auch zum Humor: Selbstkritik und Selbst­ironie.

Maren Kowitz

Der Valentin-Orden wird am Samstag, 28. Januar, auf der Narrhalla-Soirée im Deutschen Theater vergeben.

Auch interessant:

Meistgelesen

Gedreht auf dem Gelände der HFF: Münchner Drehbuchautor veröffentlicht neuen Horror-Kurzfilm
Gedreht auf dem Gelände der HFF: Münchner Drehbuchautor veröffentlicht neuen Horror-Kurzfilm
Ärger am Franziskusbrunnen: Anwohner fordert städtische Baumaßnahmen am Josephsplatz - "Blumenkübel als Schutz"
Ärger am Franziskusbrunnen: Anwohner fordert städtische Baumaßnahmen am Josephsplatz - "Blumenkübel als Schutz"
Maskenpflicht und Attest - sie dürfen auch ohne Maske unterwegs sein
Maskenpflicht und Attest - sie dürfen auch ohne Maske unterwegs sein
Freibäder in München öffnen wieder - welche Regeln dort und an Badeseen gelten
Freibäder in München öffnen wieder - welche Regeln dort und an Badeseen gelten

Kommentare