Nacktszenen? Warum denn nicht... Schauspielerin Karin Dor (70) von A bis Z

München

Ihre zwei ganz großen Filme hat sie nicht überlebt: Als James Bond-Geliebte wird Karin Dor nicht nur von 007 vernascht, sondern auch von Piranhas. In Alfred Hitchcocks Film „Topas“ wird sie als kubanische Agentin Juanita von ihrem eifersüchtigen Geliebten erschossen. Auch beruflich wurde die gebürtige Wiesbadenerin, deren Wahlheimat seit vielen Jahren München ist, schon öfter für tot erklärt: In den 70er Jahren, als kurzfristige Tiefs eine echte Weltkarriere verhinderten. Oder in den vergangenen 15 Jahren, in denen sie nur noch einmal (2006, „Ich bin die Andere“) vor der Filmkamera stand. Doch Karin Dor lebt offenbar mehr als nur zweimal. Äußert vital steht die 70-Jährige, der man dieses Alter nicht ansieht, noch bis zum 1. November auf der Bühne der Komödie im Bayerischen Hof. Das Stück „Man liebt nur dreimal“ wurde von Autor Gunther Beth extra für sie geschrieben. In der frivolen Komödie erlebt sie gleich mit drei Männern amouröse Abenteuer. Beim „Vorspiel“ mit „Hallo München“, eineinhalb Stunden vor ihrem Auftritt, aber sitzt Karin Dor noch ganz entspannt in ihrer Garderobe. Lampenfieber so kurz vor dem Auftritt? Die Schauspielerin winkt lachend ab. „Bei der Premiere ja“, sagt sie, „aber jetzt ist das der normale Arbeitsalltag“. So beantwortet Karin Dor zielstrebig die an sie gestellten Fragen – in der Länge einer Zigarette hat sie alle Begriffe von A bis Z kommentiert. Manuel Eser Applaus: Sehr wichtig für einen Schauspieler. Er ist die Belohnung für das, was er geleistet hat, und man freut sich, wenn man ihn bekommt. Begabung: Ich muss Gott, oder wer auch immer sie mir in die Wiege gelegt hat, dafür danken. Denn Begabung hat man oder nicht. Connery: Wird mit dem Alter immer besser. Er ist ein sehr interessanter Mann, ein netter Kollege und ein Gentleman. Dandys: Ich kenne keine. Die sind, glaube ich, ausgestorben. Erfolg: Ist in jedem Beruf wichtig, und wenn man ihn hat, eine sehr schöne Sache. Ich kann nicht klagen. Familie: Der Grundstein für vieles im Leben. Ich war als Kind gut behütet und hatte ein sehr enges Verhältnis zu meiner Mutter. Es gab nichts Schöneres, als morgens mit der Familie an einem liebevoll gedeckten Tisch zu frühstücken. Geheimnisse: Sollte jeder Mensch haben, weil es immer Dinge gibt, die man besser für sich behalten sollte. Humor: Die Amis sagen, den hätten wir Deutsche nicht. Aber das stimmt nicht. Ich kenne viele deutsche Kollegen, die einen unwahrscheinlichen Humor haben. Gunter Beth zum Beispiel. Was wir schon gelacht haben! Image: Bekommt man meist aufoktroyiert. Ich war ganz lange das unschuldige Mädchen, das gehetzt wird. James Bond: Der Superheld schlechthin. Ich bin kein Fan von Agentenfilmen. Darum war „Man lebt nur zweimal“ der erste und letzte Bond-Film, den ich gesehen habe. Komödie: Ist etwas Wunderbares, wenn sie gut gespielt ist. Liebe: Was Wunderschönes. Jeder sollte einer großen Liebe begegnet sein, egal ob es gut oder schlecht ausgeht. Hauptsache man hat sie erlebt. München ist die einzige Stadt, in der ich leben kann. Ich liebe München, seit ich mit 19 Jahren hierher gekommen bin. München ist mein wild gebliebenes Bauerndorf – und doch auch eine Großstadt. Nacktszenen: Wenn sie dramaturgisch wichtig sind, habe ich nichts dagegen. Aber sie sind völlig uninteressant, wenn sie um des kommerziellen Filmerfolgs willen reingepresst werden. Oktoberfest: Wenn man in der Clique hingeht, ist es wunderschön. Ich bin am liebsten mittags da, wenn die Sonne scheint. Piranhas: Meine Sterbeszene im Bondfilm wurde Gott sei Dank ohne Piranhas gedreht. Ich musste einfach ins Becken springen. Da haben mich Taucher runtergezogen, damit ich nicht gleich wieder an die Oberfläche kam. Qualität: Das ist Gesundheit, Selbständigkeit und die Möglichkeit, in einem freien Land meine Meinung äußern zu können. Ruhestand: Man sollte ihn nicht nur zur Ruhe nutzen. Soziales Engagement: Sehr toll, wenn das Leute tun. Ich habe viele Kollegen, die sich für soziale Zwecke einsetzen. Tradition ist etwas sehr Schönes. USA: Ein wunderbares Land. Kalifornien ist landschaftlich toll. Ein Land, sehr schön für zwei, drei Monate. Leben möchte ich da aber nicht. Verträge sind dazu da, gemacht zu werden. Man sollte sie auch nicht brechen. Winnetou: Der Held vieler jünger Burschen und Mädels. Ich habe ihn früher auch viel gelesen. Er steht für das Gute. X-Chromosom: Steht für die Intelligenz des Menschen. Ich finde es wunderbar, dass die Frau es doppelt besitzt. Y-Chromosom: Das ist dann das, was dem Mann bleibt. Ziele: Ich will gesund bleiben. Dann kann ich alles andere auch machen.

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