ARD-Wetterfee Claudia Kleinert und die Weiße-Weihnacht-Frage

Riecht’s nach Schnee?

Claudia Kleinert wollte eigentlich Tierärztin werden. Stattdessen moderiert sie seit 1996 das „Wetter im Ersten“ und die Vorhersage nach den Tagesthemen in der ARD.

Jedes Jahr zu dieser Jahreszeit tut sich dieselbe (Gretchen-)Frage auf: Bekommen wir in München an Weihnachten Schnee? Doch nach was riecht er eigentlich? Wir haben bei ARD-Wetterfee Claudia Kleinert nachgefragt.

Dass ein gewisses Fräulein Smilla ein besonderes Gespür für Schnee hat, weiß jeder, der den Thriller von Peter Hoeg gelesen oder den Film mit Julia Ormond gesehen hat. Aber auch in der realen Welt gibt es Menschen, die Stein auf Bein schwören, Schnee riechen zu können, bevor er fällt. Ein Gefühl von Reinheit mit einer leicht metallischen Note liegt in der Luft; schwer zu beschreiben und doch da. Fakt oder Einbildung? Wer wüsste das besser zu beantworten als Deutschlands Wetterfee Claudia Kleinert.

„Also ich rieche vorher nichts“, sagt sie, wartet einen Moment und lacht dann: „Nachdem er gefallen ist, riecht aber alles sauberer und klarer.“ Der Macht der weißen Pracht kann sie sich nicht entziehen, nur auf eines könnte sie Jahr für Jahr dankend verzichten: die ewige Frage nach einer möglichen weißen Weihnacht. „Spätestens ab dem ersten Advent werde ich praktisch täglich gefragt, dabei weiß ich es zu diesem Zeitpunkt doch auch nicht besser! Einen groben Wettertrend gibt es mit etwa fünf Tagen Vorlauf, echte Prognosen reichen nur drei Tage“, erklärt die 46-Jährige, die am 31. Dezember Geburtstag feiert.

Nach aktuellem Stand sieht es eher schlecht aus. Dabei führen doch viele Wege zum Schnee am Heiligen Abend.

„Es gibt zehn bis zwölf Szenarien, wie es mit der weißen Weihnacht bei uns klappt. Ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien wäre schon einmal sehr gut. Denn wenn das Tief zu weit im Westen ist, haben wir es zwar feucht, aber auch recht warm“, erklärt sie. Wenn es bitterkalt wird, ist es dagegen meist zu trocken. Es ist kompliziert mit Deutschland und dem Schnee. Oder wie Claudia Kleinert es ausdrückt: „Jedes Jahr ein Glücksspiel.“ 2013 zum Beispiel kamen einmal 15 Zentimeter Neuschnee, ganz ohne Vorhersage. „Asche auf mein Haupt“, entschuldigte sich Kleinert damals öffentlich. Und doch dominieren ihre positiven Erinnerungen an den Schnee. „Nur für meine Katze ist es oft ein kurzes Vergnügen. Voller Begeisterung springt sie hinein, versinkt – und ist dann ein paar Stunden lang sauer.“
M. Heinrich

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