Stadtarchiv geht online

Per Mausklick in die Historie

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Da war die Theresienwiese noch eine wirkliche Wiese... Unterhalb der Bavaria und der Ruhmeshalle ließen 1905 noch Schäfer ihre Herden weiden. Ende der 30er-Jahre wurde dann ein großer Teil der Theresienwiese geteert.
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Das ist der Blick vom Alten Peter 1885 auf den Marienplatz. Das Neue Rathaus ist erst zu Hälfte gebaut, endgültig fertiggestellt wurde es 1909.
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Eine der ersten Dulten vor der Mariahilfkirche 1910. Seit 1905 finden die Dulten dreimal jährlich in der Au statt.
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Dr. Daniel Baumann, Sachgebietsleiter für digitale Langzeitarchivierung

1905 weiden noch Schafe auf der Theresienwiese – Impressionen wie diese können die Münchner jetzt von zu Hause am PC durchklicken. Das Stadtarchiv geht online – wie Sie es nutzen können, erfahren Sie hier.

Hier werden die Schätze der Münchner Geschichte gehütet: rund 90 000 Urkunden, 30 000 Karten und Pläne, 42 000 Plakate, 20 Regalkilometer Akten und 1,8 Millionen Fotos. „Wir archivieren rund fünf Prozent aller Verwaltungsakten, aber auch die Nachlässe von Vereinen, Verbänden und Persönlichkeiten – alles, um Forschern in 100 Jahren ein möglichst umfassendes Bild geben zu können“, erklärt Dr. Daniel Baumann, Sachgebietsleiter für digitale Langzeitarchivierung. Dank dem 38-Jährigen können jetzt seit Jahresbeginn Münchner online im Stadtarchiv recherchieren (siehe Info unten). „Bis jetzt mussten Forscher, die wissenschaftlich arbeiten oder auch nur etwas zu ihrer Familiengeschichte erfahren wollten, immer zu uns in den Lesesaal an der Winzererstraße kommen, der sehr begrenzte Öffnungszeiten hat“, so der Sendlinger.

Nun könne man im Internet unter https://stadtarchiv.­muenchen.de zeit- und ortsunabhängig suchen, über alle Bestände des Stadtarchivs hinweg. „Zum Beispiel gibt es Unterlagen über jedes abgerissene Haus und auch alle Personalakten sind erfasst“, erklärt Baumann. Normalerweise läuft die archivische Schutzfrist aus Datenschutzgründen 30 Jahre, dann würden die Akten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Allerdings ist diese Errungenschaft nur der erste Schritt. Einsehbar sind rund 8000 digitalisierte Fotos und die Auflistung aller Archivalien im Bestand. Von denen müsse man sich die Signatur notieren und sie per Mail oder telefonisch bestellen, um sie dann im Lesesaal begutachten zu können. Nächstes Jahr soll die Bestellfunktion über dieselbe Plattform möglich sein. Bis man die Akten selbst online einsehen kann, vergehen nach Baumanns Schätzung noch einige Jahre. „Aber genau da wollen wir hin – zum digitalen Lesesaal.“

Parallel arbeiten Baumann und sein Team daran, das elek­tronische Rechercheangebot permanent zu erweitern. Doch Baumann gibt zu bedenken: „Wir werden es nie schaffen können, alles zu digitalisieren. Es sind zu große Mengen und täglich kommt Neues hinzu.“ Und doch lohnt der Weg in Münchens Historie online – er ist ja jetzt auch nur noch einen Mausklick entfernt. Maren Kowitz

So geht’s
Sie wollen genau wissen, wie man das neue Datenbank-System online nutzen kann? Am Dienstag, 7. März, um 18.30 Uhr und am Freitag, 24. März, um 15.30 Uhr bieten Angela Stilwell und Britta Meierfrankenfeld, die maßgeblich an der Übertragung der Datenbanken beteiligt waren, eine jeweils einstündige kostenlose Einführung im Stadtarchiv an der Winzererstraße 68 an. 

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