Umgestaltung der Augustenstraße

Charme statt Chaos? - Neue Pläne für die Augustenstraße

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Zu schmale Geh- und Radwege, zu wenige Parkplätze, eine mangelnde Aufenthaltsqualität – derzeit beraten sich die Referate über eine mögliche Neugestaltung der Augustenstraße.

Neu Pläne beinhalten breitere Fuß- und Radwege, Änderung der Parkmöglichkeiten sowie eine Reduzierung auf Tempo 30.  Mehr über das Vorhaben - und welches Gebäude weichen soll.

Maxvorstadt – Sie führt auf direktem Weg von der Dachauer Straße zum Josephsplatz und ist eine zentrale Süd-Nord-Verbindung in der Maxvorstadt: Die 1,3 Kilometer lange Augustenstraße. Dennoch ist dort der Raum für die unterscheidlichen Verkehrs­teilnehmer gering. Seit Jahren fordern Mitglieder des Stadtrats und des Bezirksausschusses eine Umgestaltung der Augustenstraße. 

Der Augustenstraße fehlt es an Aufenthaltsqualität.

BA-Chef Christian Krimpmann (CSU) erklärt: „Es besteht dort der Wunsch nach einer Aufwertung – breitere Geh- und Radwege – aber auch nach Parkplätzen. Für alles ist nicht genug Platz. Deshalb muss die Stadt sich zunächst die Bedingungen anschauen.“ Inzwischen hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung verschiedene Varianten geprüft, die sie derzeit mit den anderen Referaten abstimmen. Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats, erläutert: „Durch eine geänderte Nutzung der vorhandenen Flächen wollen wir erreichen, dass die Augustenstraße entsprechend ihrer Funktion als Quartierszentrum in der Maxvorstadt über eine entsprechend hohe Aufenthaltsqualität verfügt.“ 

Kommt Tempo 30?

Eine stellenweise Reduktion der zulässigen Geschwindigkeit – sprich Tempo 30 – sieht er außerdem als möglich an. Außerdem ist das Parken in der Augustenstraße ein Thema, denn die Stellplätze sind knapp. Vogel: „Neben den Erhebungen zur Nutzung des Parkraums sind auch Anpassungen der Parkregelungen Teil der Untersuchung.“ Krimpmann liegt vor allem dieses Thema am Herzen: „Dass die Parkplätze zum Großteil erhalten bleiben, halte ich für wichtig.“ 

Zum weiteren Vorgehen sagt Vogel: „Anfang des Jahres werden die Pläne mit dem Bezirksausschuss sowie weiteren Stellen wie der Behindertenvertretung besprochen und gegebenenfalls angepasst.“ Der Beschlussentwurf wird voraussichtlich im ersten Halbjahr des neuen Jahres dem Stadtrat vorgelegt. 

Behelfshäusl muss weichen

Das Gesicht der Augustenstraße wird sich auch im Hinblick auf ein prägendes Gebäude entlang der Straße verändern. Für das einstöckige Gebäude in der Augustenstraße 103/105 – einem ehemaligen Behelfshäusl – liegt der Lokalbaukommission ein Antrag auf Vorbescheid zum Neubau vor. Der Eigentümer plant, das Gebäude abzureißen und dort stattdessen ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten.

 Für Krimpmann steht fest: „Wir verlieren etwas von unserem Charme und gewinnen dafür Wohnraum.“ Während es zwar schmerzhaft sei, ein solches Juwel aufzugeben, werde in der Maxvorstadt vor allem Wohnraum benötigt. Krimpmann selbst befürwortet deshalb einen Neubau – vorausgesetzt es handle sich um sozialverträgliche Wohnungen und nicht um einen Luxusbunker. 

Kein Denkmalschutz für Behelfshäusl

Für die einen hässlich und störend, für die anderen ein Teil Geschichte der Maxvorstadt: das ehemalige Behelfshäusl in der Augustenstraße 103/105. 

In den letzten 36 Jahren hat dort ein inzwischen 70-jähriger Antiquitätenhändler den eigenen Laden betrieben.

Jetzt geht seine Ära zu Ende, er schließt seinen Laden und muss raus aus dem Gebäude, das einem neuen Wohn- und Geschäftshaus weichen soll. Das Landesamt für Denkmalplege hat inzwischen geprüft, ob das Gebäude als Notbau der Nachkriegsgzeit die Voraussetzungen für den Denkmalschutz erfüllt – erfolglos. 

Pressesprecherin Birgit Neuhäuser erklärt: „Die jetzigen Bestandsgebäude entstanden spätestens ab Dezember 1945 an der Stelle einer im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörten Vorgängerbebauung aus dem späten 19. Jahrhundert.“ Veränderungen und Nutzungsanpassungen gab es inzwischen zahlreiche, weshalb eine Hauptbauphase nicht mehr festzustellen sei. „Damit ist der Bau als ein Notbau der frühen Nachkriegszeit nicht anschaulich erhalten.“ 

kf

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