Die Maxvorstadt – eine Baustelle

Stärkere Kontrollen bei Bauvorhaben – "Ob alles genehmigt ist, was dort geschieht"

Die Amalienstraße 93 bekommt 13 Wohneinheiten.
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Die Amalienstraße 93 bekommt 13 Wohneinheiten.

Im Stadtviertel wird nachverdichtet wie nie und die Investoren stehen Schlange. Der BA will jetzt kontrollieren, ob alles mit rechten Dingen zugeht und drängt auf stärkere Kontrollen.

Maxvorstadt – Wo man hinsieht: an fast jeder Ecke in der Maxvorstadt wird gebaut. Ob Augustenstraße 4, Barerstraße 77, Augustenstraße 93 oder in der Adalbertstraße, wo die Max Emanuel Brauerei gerade leer geräumt wird – wo heute in der Maxvorstadt etwas frei ist, stehen die Investoren Schlange, wechselt der Besitzer, steht schnell eine Bautafel. 

Die Augustenstraße wird aufgestockt und angebaut und die geschlossene Max-Emanuel-Brauerei wird saniert.

Der BA, allen voran Vorsitzender Christian Krimpmann, sieht das mit Sorge: „Wir haben beschlossen, mit dem Planungsreferat sicherzustellen, ob alles genehmigt ist, was dort geschieht.“ Mal ist es eine Sanierung, eine Modernisierung mit Anbau, ein Neubau nach Abriss oder „nur“ eine Aufstockung des Bestands um zwei Etagen. 

Sorgen bereiten die nicht immer offengelegten Vorhaben der Bauherren: „Etwa, wenn ein Bauträger die Erhaltungssatzung umgeht, den Bauplan nicht einhält, oder Abstandsgrenzen und Grünflächen vergisst.“ Ingo Trömer vom Planungsreferat liegen die Anträge der Eigentümer vor: „Bei der Barerstraße gilt nur für das Vorderhaus die Erhaltungssatzung. Die Augustenstraße 4 soll ein neues Rückgebäude plus Aufstockung des Anbaus bekommen, das Dachgeschoss wird ausgebaut. Für die Hausnummern 103 und 105 liegt der Antrag auf Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses vor, plus zweigeschossiger Tiefgarage.“ 

Barerstraße: Die Erhaltungssatzung gilt nur im Vorderhaus, im Neubau kostet der Quadratmeter 23 000 Euro.

In der Baulücke auf der Rückseite des Uni-Hauptgebäudes, Amalienstraße 93, sollen 13 Wohneinheiten mit Tiefgarage entstehen. Trömer: „Die Verfahren laufen.“ BA-Mitglied Gesche Hoffmann-Weiß fürchtet, dass so viel Bau dem Viertel nicht wirklich gut tut: „Die Verdichtung ist zu massiv, die Freiflächen fallen weg. Wir lehnen die Vorhaben einstimmig ab.“ Damit nicht alles Grün in der Maxvorstadt fällt, wird der BA jetzt vorsichtshalber die alte Kastanie vor der Türkenschule als Naturdenkmal aufnehmen lassen. 

Marie-Julie Hlawica

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