Messerattacke auf Polizisten

Messerangriff am Hauptbahnhof: Täter psychisch krank und hat einen Hass auf die Polizei 

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Ein Polizisten wurde am Münchner Hauptbahnhof bei einer Personenkontrolle verletzt.

Bei einer Personenkontrolle am Münchner Hauptbahnhof ist ein Polizist von einem Unbeteiligten von hinten mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden.

Update: 10. Dezember, 16.15 Uhr

Nach neuen Informationen schwebt der Polizist, der gestern, gegen 06.30 Uhr, am Münchner Hauptbahnhof schwer verletzt wurde, nicht mehr in Lebensgefahr. Das wurde heute bei einer Pressekonferenz im Polizeipräsidiums mitgeteilt.

Nach Abgaben vom Leiter des Kriminalkommissariat 11, Josef Wimmer, kontrollierte der 30-jährige Polizeibeamte mit einem Kollegen einen 24-Jährigen, als er plötzlich von einem Unbeteiligten mit einem Messer attackiert wurde. Der Angriff geschah plötzlich und von hinten. Bei der heftigen Attacke rammte der 23-jährige Angreifer dem Beamten ein 10 Zentimeter langes Küchenmesser in den Rücken. Das Messer brach durch die Wucht ab und blieb im Nackenbereich stecken. Bei der Attacke wurde sein Rückenmark beschädigt. Die Schutzweste, die zur Standardausrüstung für Polizisten gehört, reicht nicht mehr in diesen Bereich.

Der mutmaßliche Täter konnte noch vor Ort von dem anderen Polizisten, dem 24-jährigen Kontrollierten, einem Zollbeamten auf dem Weg zur Arbeit und weiteren Passanten festgehalten werden.

Laut Wimmer, ist der 30-jährige Polizeibeamte sofort in ein Krankenhaus gebracht worden. Dort wurde er einer risikoreichen, komplizierten Operation unterzogen. Mittlerweile ist er wieder ansprechbar und reagiert auf seine Umwelt. Wie weit er sich von der Verletzung erholen wird, ist zurzeit noch nicht klar.

Im weiteren Verlauf der Pressekonferenz erklärte Wimmer, dass sich die Tat ereignete an einem Treppenaufgang in Sperrgeschoß am Hauptbahnhof. Dort gibt es keine Videoüberwachung, weswegen die Polizei einen Zeugenaufruf startete. Mittlerweile haben sich sieben Tatzeugen gemeldet, darunter auch der Zollbeamte und der Kontrollierte. Sie sollen dabei helfen, den Tathergang zu klären.

Wie Anne Leiding von der Staatanwaltschaft berichtet, wurde gegen der 23-jährigen Angreifer einen Unterbringungsbefehl erlassen. Aufgrund einer psychischen Störung, die durch einen Gutachter festgestellt wurde, ist er in in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Er muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Mord verantworten. Es muss noch geklärt werden, wie weit er eine Gefahr für die Allgemeinheit ist und wie weit seiner Erkrankung die Tat beeinflusste. Als Grund für seine Tat, gab er einen allgemeinen Hass gegen die Polizei an. 

Es gab, laut Josef Wimmer, kein bestimmtes Erlebnis, dass zu dieser Attacke geführt hat. Er ist aktuell in München gemeldet, hat aber keine Arbeitsstelle. Er war bereits bei der Staatsanwaltschaft kundig, allerdings eher wegen kleinen Delikten. Auch hatte er sich, laut Anne Leiding, einmal bei der Polizei gemeldet, weil er dachte, er werde verfolgt.

Marcus da Gloria Martins, Pressesprecher der Polizei, teilte mit, dass über 3000 positive, unterstützende Nachrichten über die Social Media Kanäle an die Polizei geschickt wurden. Jedoch gab es auch Nachrichten von "geistigen Brandstiftern". Nach Martins, ist München immer noch die sicherste Stadt in Deutschland und es gibt kein Grund daraus eine Debatte um Nationalitäten zu machen.

Update: 13.40 Uhr

Der Polizist, der Opfer eines Messerangriffs am Hauptbahnhof wurde, wurde im Krankenhaus operiert. Seine Verletzung im Nacken- und Schulterbereich sind sehr schwerwiegend. Das Messer ist im Körper des 30-jährigen Polizeibeamten abgebrochen, sagte der Pressesprecher der Münchner Polizei, Marcus da Gloria Martins.

Die Schutzweste, die der Polizist standardmäßig trug, deckte den Bereich der Verletzung nicht ab. Auch seien die Beamten gegen einen derart unerwarteten Angriff „völlig chancenlos“, sagte Martins. „Da hilft eben weder eine bessere Schutzausstattung, noch eine bessere Waffe oder noch mehr Polizei etwas“. 

Innenminister Jochim Herrmann äußert sich zu dem Zustand des Polizisten

„Er schwebt wohl nicht mehr in Lebensgefahr. Aber es ist eine schwere Verletzung. Und welche Folgen diese kurz- oder langfristig haben wird, ist im Moment noch nicht abschließend absehbar.“ Außerdem sagte Herrmann, dass der Tatverdächtige bereits polizeibekannt ist.

Dabei handle es sich aber um Verhaltensauffälligkeiten und nicht unbedingt um Straftaten, konkretisierte Polizeisprecher Martins. Der Anlass für die Gewalttat des Münchners ist bislang nicht bekannt. Hinweise auf einen ideologischen Hintergrund der Tat gab es zunächst nicht, wie der Pressesprecher weiter mitteilte.

Update: 12.05 Uhr

Die Münchner Polizei hat sich zu dem Vorfall am Hauptbahnhof geäußert. Nach den ersten Erkenntnissen, waren zwei Beamte in einer Kontrollsituation, als sie von hinten mit einem Messer angegriffen wurden. 

Es handelt sich bei den Polizisten um einen 30-jährigen Polizeiobermeister und einen 40-jährigen Polizeihauptmeister aus der Wache am Hauptbahnhof. Der 23-jährige Angreifer hat keine Vorgeschichte mit den beiden Polizisten und und war auch nicht mit der kontrollierten Person bekannt. Bei der Attacke wurder der 30-jährige Polizist schwer verletzt. Er wird zurzeit in einem Münchner Klinikum behandelt. 

Sein Kollege und zufällige Passanten konnten den Angreifer überwältigen. Er befindet sich in polizeilichem Gewahrsam.

Polizeipräsident Hubertus Andrä äußert sich zu der Messerattacke am Hauptbahnhof

„Ich bin erschüttert über den feigen, brutalen und hinterhältigen Messerangriff auf einen meiner Beamten. Leider werden immer wieder Polizeibeamte und Rettungskräfte beleidigt, bedroht und angegriffen. Der Rechtsstaat muss daher mit aller Härte und Konsequenz nicht nur auf die Taten sondern bereits auch auf Bedrohungen reagieren. Unsere Gedanken, verbunden mit unseren besten Genesungswünschen, sind derzeit bei unserem verletzten Kollegen und seinen Angehörigen.“

Update: 10.05 Uhr

Nach Angaben der Polizei ist die Verletzung des Beamten schwerwiegender als zuerst angenommen. Das meldete die Polizei über ihren Twitter-Account. Der Polizist ist bei einer Personenkontrolle von hinten mit einem Messer niedergestochen worden. Der 23-jährige Tatverdächtige hatte nach ersten Erkenntnissen, nichts mit der eigentlichen Kontrolle zu tun. 

Mittlerweile hat die Spurensicherung ihre Arbeit am Tatort beendet und das Kommissariat 11 (Tötungsdelikte) hat die Ermittlungen begonnen.

Erstmeldung: 09. Dezember, 09.05 Uhr 

München – Bei einer Personenkontrolle am Montag gegen 06.30 Uhr ist ein Polizist mit einem Messer schwer verletzt worden. Der Beamte ist von einem Unbeteiligten unerwartet attackiert worden als er im Untergeschoss am Hauptbahnhof auf Streife unterwegs war. Der Tatverdächtige stach auf den Polizisten von hinten mit dem Messer ein. 

Der Beamte wurde daraufhin in ein Krankenhaus gebracht und wird zurzeit behandelt. Über seinen Gesundheitszustand gibt es derzeit noch keine Angabe.

München/Hauptbahnhof: Die Polizei sucht Zeugen

Der 23-jährige Angreifer konnte noch vor Ort von Zeugen überwältigt werden und ist festgenommen worden, erklärte die Polizei. Einige der Zeugen haben sich nach der Tat allerdings wieder entfernt. 

Die Polizei wendet sich an die Zeugen, die den Angreifer überwältigt haben und bittet darum, dass sie sich melden.

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Quelle: dpa/afp/twitter/Polizeipräsidium München/jh

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