Baustelle besteht weiter

Ruffinihaus: Erste Läden ziehen wieder in das Denkmal

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Eingerüstet und fest in Bauarbeiterhand: der bekannte Ruffiniblock am Rindermarkt. Seit langem wird saniert, um das geschützte Denkmal von 1903 zu erhalten.

Gute Nachrichten von der Ruffinihaus-Baustelle: Noch türmen sich am Rindermarkt zwar Container, doch bald ziehen die ersten Läden wieder in das Denkmal.

Update: 09. Oktober

Altstadt – Noch stapeln sich Container, Gerüste und Baumaterial hinter dem hohen Holzzaun am Rindermarkt. Doch die seit über einem Jahr dauernde Renovierung von Münchens denkmalgeschütztem historischem Schmuckstück von 1905 (siehe unten) schreitet voran: Die ersten Mieter sind ins Ruffinihaus zurückgekehrt.

Wie es weitergeht, ob man wie geplant August 2020 mit der Sanierung fertig sein wird und ob man im Kostenrahmen von 34,5 Millionen Euro bleiben wird – dazu wollte das zuständige Kommunalreferat keine Auskunft geben. Eine Sprecherin verwies auf einen offiziellen Termin am 14. Oktober, an dem auch die Namen der neuen Mieter bekannt gegeben werden.

Unter denen werden aber auch alte Bekannte aus der früheren Ladenzeile sein, die ihr Interimsquartier am Stadtmuseum gefunden haben. Noch vor Jahresende will Walter Drum, Inhaber von Optik Messbacher, seine Kunden in der Sendlinger Straße begrüßen: „Wir wandern nun in der Ladenzeile etwas nach vorne“, verrät der Optikermeister. Sein Geschäft ist bereits seit 1928 im barocken Bau von Gabriel von Seidl vor Ort. „Trotzdem ist noch viel zu tun. Die Stadt stellt uns den veredelten Rohbau. Ladeneinrichtung, Bodenbeläge und Ausleuchtung, Alarm- oder Klimaanlage – das müssen wir selbst in die Hand nehmen.“

Auch Marion Schmöller vom Spanischen Fruchthaus steht schon in den Startlöchern zum Umzug: „Zum Weihnachtsgeschäft wollen wir wieder am Stammplatz vor Ort sein.“ Doch auch ihre Einrichtung wird rundum neu: „Wir haben durch die baulichen Veränderungen, etwa der anderen Treppenführung, zwei Quadratmeter weniger Verkaufsfläche als zuvor. In unserem kleinen Geschäft macht sich das bemerkbar.“

Auf den Einzug von Tabak Fischer oder den Buchladen Shakespeare&Co müssen die Münchner warten. „So lange der Bauhof, seine Einfahrt und die Baucontainer vor unserer Fensterfront stehen, passiert nichts. Wir wechseln wohl erst im Frühjahr 2020 zurück“, sagen die „Containergeschädigten“ wie sich die Ladenbetreiber am Rindermarkt scherzhaft getauft haben. „Die größte Überraschung war die Innenraumgestaltung.“ Nischen und Wendeltreppen mussten aus Brandschutzgründen weichen.

Marie-Julie Hlawica

Erstmeldung: 27. März – So verlaufen die Sanierungsarbeiten

Altstadt – Es hämmert und lärmt: Ein Schönheitsschlaf sieht anders aus – und doch soll das Ruffinihaus, denkmalgeschütztes Ensemble von 1903, nach der Großbaustelle bald wieder in altem Glanz erstrahlen (Hallo berichtete). Marina Schmöller, Juniorchefin vom Spanischen Fruchthaus, freut sich auf ihren Wiedereinzug: „Nächste Woche haben wir eine Baustellenbegehung.“ Auch Ingrid Scholz, Sprecherin des Baureferats, bestätigt: „Die Sanierungsarbeiten am Ruffinihaus verlaufen nach Plan. Bereits im August 2019 sind die Läden im Erdgeschoss bezugsfertig.“

Derzeit werde sowohl im Außen- als auch im Innenbereich gearbeitet. Wenn die Läden aus ihrer Interimslösung am Stadtmuseum zurückgekehrt sind, geht es zügig mit dem Rest voran. „Im August 2020 werden die drei Stockwerke, das Dachgeschoss und die Fassade fertiggestellt sein“, teilt Scholz mit.

Rückenwind für die Arbeiten verleiht eine Finanzspritze über 50 000 Euro, die die Stadt jetzt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz erhalten hat. Dort wird auch derzeit noch über Anträge für Fördergelder in Höhe von je 100 000 Euro für die Instandsetzung der Kastenfenster sowie zur Restaurierung der historischen Treppenhäuser entschieden. Auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat 46 500 Euro für die Sanierung bereitgestellt.

Allerdings bleibt der Löwenanteil der Kosten an der Stadt hängen: 34,5 Millionen kostet die Sanierung insgesamt. Doch der Erhalt des wertvollen Bauwerks ist es laut Stadtkämmerer Christoph Frey wert: „Es zählt mit seinen kunstvollen Fassaden und Fresken zur Münchner Stadtgeschichte.“

Marie-Julie Hlawica

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