Zwei Tage Tarifstreit 

Kein Empfang? – Wegen Streik drohen Sendeausfälle beim BR

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Streik beim Bayerischen Rundfunk. Was für Auswirken wird das für Radio und Fernsehen haben?

Der Tarifstreit beim BR führte vor kurzem erstmals in der Geschichte zum Ausfall von Funk- und TV-Sendungen. Nun rufen die Gewerkschaften wieder zum Streik auf. Diesmal landesweit und noch länger.

München – Im Tarifkonflikt beim Bayerischen Rundfunk (BR) müssen sich Hörer und Zuschauer erneut auf Auswirkungen im aktuellen Programm einstellen. Die Gewerkschaften rufen für diesen Donnerstag und Freitag zu einem 48-Stunden-Streik in Fernsehen, Rundfunk und Online-Angeboten auf.

 Der Radiosender B5 soll beispielsweise nur bis etwa 12 Uhr bespielt werden, anschließend läuft auf der Welle das Programm Bayern 2, wie B5-Redaktionsleiter Steffen Jenter im Morgenprogramm sagte.

In der laufenden Tarifrunde war es bereits zu Sendeausfällen durch Warnstreiks gekommen - erstmals in der Geschichte der öffentlich-rechtlichen Anstalt. So hatte Mitte September ein 24-Stunden-Warnstreik zu zahlreichen Ausfällen im Radio- und TV-Programm geführt. Zu den Aktionen aufgerufen sind diesmal alle Betriebsteile des BR im gesamten Freistaat.

BR-Verwaltungsdirektor Albert Frenzel nannte den Streikaufruf von mehr als zwei Tagen Dauer in der Geschichte des BR und der ARD ohne Beispiel. „Das macht eine Einigung nicht leichter.“

Der nächste Verhandlungstermin ist am 27. November. Zu Beginn der Tarifrunde orientierten sich die Gewerkschaften am Tarifabschluss für die Angestellten der Bundesländer.

Der Bayerische Journalisten-Verbandes (BJV) fordert nun ein Plus im Gesamtvolumen von 7,8 Prozent für eine Laufzeit von 33 Monaten. Die Gewerkschaft Verdi verlangt bei einem mehrjährigen Abschluss im Paket mindestens 3,2 Prozent pro Jahr.

Zuletzt bot die ARD-Anstalt eine Erhöhung um 2,1 Prozent für 2019 und 2,1 für das Jahr 2020 an. Bereits das liege über der aktuellen Inflation und sei nur über Umschichtungen und weiteren Stellenabbau zu finanzieren, teilte der Sender mit. Ein höherer Abschluss hätte demnach zusätzliche Einschnitte bei Beschäftigung und Programm zur Folge. Verhandlungen über eine Verlängerung der Laufzeit auf 33 Monate mit einem weiteren Plus zum 1. April 2021 seien möglich.

Die Tarifverhandlungen betreffen nach Senderangaben rund 3500 feste Mitarbeiter und knapp 1700 arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiter sowie gut 400 Gagenempfänger.

Auch bei anderen ARD-Sendern hatte es in dieser Tarifrunde bereits Warnstreiks gegeben. Mehrmals betroffen war etwa das „Morgenmagazin“ von ARD und ZDF, das wegen Aktionen beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) nicht live senden konnte.

Quelle: dpa/lby/jh

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